"Keine Standardaufgabe" auf ehmaligem Industriegelände

Gründungspfähle für neues Bürogebäude

Dortmund (ABZ). – Auf der Fläche des ehemaligen Hochofenwerks Phoenix-West im Dortmunder Stadtteil Hörde befindet sich der 115 ha große Technologie- und Dienstleistungsstandort Phoenix-West. Derzeit entsteht an der Robert-Schuman-Straße der Neubau eines viergeschossigen Büro- und Verwaltungsgebäudes des Übertragungsnetzbetreibers Amprion GmbH.
Bauer Baustellen
Eine Bauer BG 30 sowie eine BG 26 kamen gleichzeitig zum Einsatz. Fotos: Guido Anacker

Die Bauer Spezialtiefbau GmbH wurde durch die Ten Brinke Bau GmbH & Co. KG mit der Herstellung der Gründungspfähle für das Büro- und Verwaltungsgebäude beauftragt – insgesamt 301 Pfähle mit einem Durchmesser von 880 mm und bis zu 24 m Länge.

"Dies ist keine Standardaufgabe", sagt Projektleiter Mike Schwermer. "Denn für das Grundstück gibt es Hinweise auf Aktivitäten aus dem tagesnahen Bergbau. Zudem existiert im Baugrund eine Stollenanlage, deren exakte Lage nicht bekannt ist. Deswegen ist mit Hohlräumen im Bereich der Pfahlgründungen zu rechnen." Da das Baufeld auch in einem Bombenabwurfgebiet liegt, waren laut Unternehmen umfangreiche baubegleitende bergbauliche Vorerkundungen mittels Spülbohrungen und Kampfmittelerkundungen (Sondier- und Tastbohrungen) vorzunehmen. Deswegen führte Bauer Spezialtiefbau im Vorfeld Erkundungsbohrungen mit einer Gesamtlänge von 6500 m durch. Die Gesamtlänge der Kampfmitteltastbohrungen betrug 10 000 m.

Der Baugrundaufbau zeigt bis etwa 11 m Tiefe Auffüllungen aus Ziegelbruch, Schlacke und Asche in wechselnder Zusammensetzung sowie Bauwerksreste und Altfundamente. Darunter folgen zunächst quartäre Bachablagerung in Form von Schluffen, Sanden und Kiesen, denen eine Zersatz- und Verwitterungszone des karbonischen Festgesteins folgt.

Der Einbindehorizont für die Pfähle bildet das karbonische Festgestein aus Ton und untergeordneten Sandsteinen. Die Sandsteine weisen sehr hohe Festigkeiten größer als 250 MN/m² auf. Bereichsweise sind zudem bis etwa 2 m mächtige Kohleschichten (Flöze) im Pfahlhorizont eingeschaltet, die zur Tragfähigkeit nicht angesetzt werden können. Deswegen umfasst die Leistung auch eine baubegleitende Überprüfung und Anpassung der Pfahlstatik. Aufgrund der angesetzten Bauzeit kommen eine BG 30 sowie eine BG 26 gleichzeitig zum Einsatz. Parallel finden zudem die Bohrarbeiten für die Kampfmittel- und Bergbauerkundungen statt. Die Pfahlarbeiten seitens Bauer wurden bereits im vergangenen September abgeschlossen, Restarbeiten werden noch im Oktober 2021 beendet. Bis Anfang 2023 werden auf über 16 000 m² Nutzfläche rund 680 neue Arbeitsplätze entstehen, teilt Bauer mit. Die dazugehörige Tiefgarage mit etwa 7200 m² umfasst rund 230 Stellplätze.

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