Multitalent für verschiedene Einsatzzwecke

Spezialunternehmen schwört beim Netzausbau auf flexiblen Bagger-Neuzugang

Bad Sassendorf (ABZ). – Schon die erste Begegnung im März 2019 bei einem kleinen Baumaschinenhändler in Bad Sassendorf verriet dem Straßen- und Tiefbaumeister Rudi Giesbrecht, der bei dem Unternehmen AFS in Ahlen für die Maschinentechnik verantwortlich ist, laut eigener Aussage, dass der Hydrema kein "billiges Gelump" ist, sondern dass es sich bei der Maschine um eine sehr hochwertige Baumaschine handelt.
Hydrema Baumaschinen
Ein zufriedenes Team (v.l.): Rudolf Giesbrecht, Jonathan Block, Marcel Bolich, Andreas Barthel, Mike Friede und Steven Friede. Foto: Hydrema

Heute ist die AFS Besitzer eines MX17G, die erste Hydrema-Maschine, die von Erwentraut, dem neuen Händler in Hamm, verkauft worden ist. Die AFS ist ein starker Partner von Versorgungsunternehmen und bietet die Planung und Realisation des Netzbaus im Energie- und Telekommunikationssektor an.

Zwar erst im Jahr 2006 gegründet kann sich das Unternehmen auf über 40 Jahre Erfahrung in diesem Bereich berufen, denn die Firmengründer Reiner Friede und Guido Appelbaum haben eine gemeinsame Historie aus der langjährigen Tätigkeit bei der in Dortmund ansässigen Miebach-Gruppe vorzuweisen. Und so sind Schaltanlagen und hochwertiges Schweißen als Hintergrund schon mal fest als Kompetenz im Unternehmen verankert.

Bei der Netzversorgung geht es für die AFS um Strom, mit der kompletten Bandbreite an Kabelgarnituren-Montagen von Ein-Kilovolt- bis zum 110-Kilovolt-Hochspannungsbereich. Bei der Fernmeldetechnik geht es um Kupfer- sowie LWL-Glasfaser-Montage, aber auch der Freileitungsbau, der Kabelleitungstiefbau sowie entsprechende Prüf- und Messtechniken gehören zum Dienstleistungsprogramm. Dabei sind längst nicht nur der private Haushalt zu sehen, sondern vor allem auch Großprojekte, wie zum Beispiel die zunehmende Windpark-Netzanbindung. Kein Wunder also, dass das Unternehmen jetzt nicht mehr, wie zu den Anfangszeiten, nur auf Mini- und Kompaktbagger setzen kann, sondern jetzt auch einen eigenen großen Bagger benötigt. Zu den Auftraggebern gehören die Telekom, e-on, RWE zahlreiche Stadtwerke – Betriebe und große Bauunternehmen.

Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge seit Firmengründung rasant gewachsen und beschäftigt heute über 60 Mitarbeiter. Mittlerweile bundesweit tätig ist man sogar im englischen Folkstone unternehmerisch aktiv. Als Partner hat die in Oelde-Stromberg ansässige eigene Bauabteilung den Händler Erwentraut für sich gefunden. "Hier wurden wir nicht nur als kleines Unternehmen immer gut und ordentlich betreut, sondern haben dort auch Zugriff auch fachlich gut ausgebildete Menschen, die uns immer sehr flexibel geholfen haben. Mit Minibaggern von Takeuchi haben wir uns auch gut ausgestattet gesehen", erklärt Mike Friede. "Als wir dann hörten, dass Erwentraut auch Hydrema in die Vertretung übernimmt, war für uns der erste Schritt eröffnet, sich mit dem Marcel Bolich, dem für uns zuständigen Verkäufer, zu unterhalten und beraten zu lassen."

Tatsächlich erhalte der Kunde dann auch keine normale Verkäuferberatung, sondern es gehe schon ans Eingemachte. Bolich bringt Hydrema zufolge ebenfalls sehr viel Erfahrung mit und weiß, wovon er redet. Bei einem gemeinsamen Besuch auf der TiefbauLIVE in Karlsruhe konnte sich der Kunde dann nicht nur über den Bagger, sondern auch über zahlreiche Anbaugeräte informieren. "Wir haben uns auch für einen Saugbagger und einen Sieblöffel interessiert und das konnten wir dann alles vor Ort gut besichtigen und sogar im Einsatz sehen", erzählt Friede.

Der dann vereinbarte Test mit der Maschine bestätigte die grundsätzliche Entscheidung, allerdings war man sich am Ende noch nicht über die Größe einig. Ein Besuch in der Niederlassung Fehrbellin, wo man auch den Anbau-Saugbagger noch einmal testete, brachte schließlich dann die sichere Erkenntnis, dass der MX17G die richtige Maschine für das Unternehmen ist. Ausgestattet mit dem vollhydraulischen Schnellwechsler von Oil-Quick, dem kompakt gebauten OQ65, hat man den hydraulischen Zweischalengreifer, die Separatorschaufel, die Schwenkwanne, genauso schnell aufgenommen und automatisch angeschlossen, wie alle anderen Löffelwerkzeuge, die keine Hydraulik benötigen.

Marcel Bolich bestätigt. Wir haben sehr viel Nachfrage nach Hydrema und ganz ehrlich; nach vielen Jahren, bei denen ich in einem anderen Unternehmen japanische Mobilbagger verkauft habe, freue ich mich mit Hydrema einen Hersteller anbieten zu können, die den Gedanken des Citybagger gleich in der Konstruktion mit fest verankert und den Mobilbagger richtig als Geräteträger verstanden haben. Der Mobilbagger ist für Hydrema kein Ableger vom Kettenbaggerbau, sondern hier haben Ingenieure von Anfang an den klaren Gedanken verfolgt, dass der Citybagger mehr können muss, als nur ein Loch zu graben."

Vertriebsleiter Martin Werthenbach bestätigt diese Sichtweise: "Hydrema hatte mit der Übernahme der Weimar-Werke 1996 den ersten Schritt zum Komplettanbieter getan und auch Radlader von 0,8 bis 1,6 Kubikmeter, Standard-Mobilbagger, kompakte Kettenbagger und große Raupenbagger bis 20 Tonnen im Programm. Das Unternehmen hat sich aber eigenen Angaben zufolge auf seine eigene Herkunft als Anbieter hochwertiger Spezialmaschinen besonnen und mit der kompletten Neuentwicklung eines echten Citybagger mit zahlreichen Alleinstellungsmerkmalen 2013 ein multifunktionales Arbeitsgerät entwickelt, dass den Gedanken des Mobilbaggers komplett revolutionierte. Der MX-Citybagger ist eine Maschine, die gleichzeitig ultra-kompakt, unsagbar kräftig und mit enormer Reichweite arbeiten kann. Dabei übertrifft er in vielen Disziplinen nicht nur herkömmlich gebaute Mobilbagger, sondern kann mit einem Tiltrotator und einer Palettengabel ausgestattet sogar Radlader und Teleskoplader auf der Baustelle vollwertig ersetzen. Ähnlich wie der seit Jahrzehnten gebaute Mehrzwecklader, um nicht das Wort Baggerlader zu verwenden, der diese Maschine in seinen Eigenschaften deutlich reduzieren würde, ist auch der MX Citybagger mit hochwertiger Technik ausgestattet, die einen echten Mehrwert für den Unternehmer darstellen", schließt der Fachmann. Tatsächlich hat Hydrema die Produktion der Standard-Maschinen eingestellt.

Auch Regionalleiter Oliver Pape freut sich eigenen Angaben zufolge über den hohen Zuspruch nach Hydrema- Maschinen. "Tatsächlich gelingt es Kunden mit dem Hydrema die eigenen Maschinenkosten deutlich zu senken, denn wenn sonst immer mehrere Maschinen nötig waren, kann jetzt eine Maschine alleine eine große Bandbreite an Aufgaben auf der Baustelle übernehmen. Alleine die Hubkraft, mit der der MX-Citybagger ausgestattet ist ermöglicht es Kunden auf den Einsatz von Kranfahrzeugen zu verzichten. So hat uns auch ein Kunde auf der bauma bestätigt, dass er Geld verdienen würde, seit er den MX18 hat, weil er keinen Kran mehr bestellen muss, um schwere Betonfertigteile in den Boden zu setzen. Ein anderer Kunde bestätigte laut Hydrema unlängst, dass er mit seinen beiden Citybaggern von Hydrema die mit einem Tiltrotator ausgestattet sind, die Radlader nicht mehr benötigt. Das ist Kostenminimierung und Gewinnmaximierung "at its best".

Mike Friede und Rudi Giesbrecht bestätigen, dass mit dem MX17G erstmal der erste Schritt gemacht ist. "Die Möglichkeiten, die wir mit der Maschine haben werden, werden uns bei der weiteren Entwicklung unseres Unternehmens sehr unterstützen." Besonders stolz ist man schon jetzt auf die besondere Lackierung der Maschine durch Folierung eines Folien-Spezialisten, der einen Eintrag im Guniessbuch der Rekorde zu verzeichnen hat. Das Unternehmen Check-Matt hat dem Bagger mit den Folien das pfiffige Äußere verliehen, denn aufgedruckte Leitungen prägen das Bild des MX17G. Von hinten dürfte der Bagger von weitem durch die auffällige zusätzlich angebrachte Lichtleiste auf dem Kontergewicht zu sehen sein. Dazu Steven Friede: "Nicht nur Schönheit, sondern auch Sicherheit ist uns wichtig."

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