RecyclingAKTIV & TiefbauLIVE 2023

„Messen machen heißt Erlebnisse schaffen“

Die Macherin der RATL-Messe hat sich einiges vorgenommen. Olivia Hogenmüller, Projektleiterin der RecyclingAKTIV & TiefbauLIVE, sprach mit ABZ-Chefredakteur Kai-Werner Fajga über die Highlights des Events im April.
ABZ Exklusivinterview Messen und Veranstaltungen
Olivia Hogenmüller (Projektleiterin der RATL): "Ich lasse es mir nicht nehmen, jede Standbaueinreichung einmal zu streifen – denn so erhält man den besten Einblick, welche Produkthighlights auf der Messe zu sehen sein werden." Foto: Messe Karlsruhe

ABZ: Die RATL kann nach der Pandemie erstmals wieder unter normalen Messebedingungen stattfinden. Was erwarten Sie von der Messe und was sind die Highlights der RATL in diesem Jahr?

Hogenmüller: Auf die diesjährige RecyclingAKTIV & TiefbauLIVE – endlich wieder im Regelturnus in den ungeraden Jahren – blicken wir mit besonderer Vorfreude. Binnen eines Jahres Vorbereitungszeit konnten wir die vierte Ausgabe der RATL am Standort der Messe Karlsruhe facettenreicher denn je gestalten. Es ist gelungen, eine gleichwertige Angebotsvielfalt innerhalb der Messeschwerpunkte Recycling- und Baumaschinentechnik zu schaffen, die positiv auf den Messekern einzahlt, eine kompakte Vertriebsplattform für die Verknüpfung der Branchen Bau, Abbruch und Recycling in der Messelandschaft zu positionieren. Mit unserem Karlsruher Messegelände – einem der fünf größten Freigelände eines Messeplatzes in Deutschland – und den einzigartigen Ausstellungsvoraussetzungen garantieren wir an drei Messetagen ein intensives Outdoor-Messe-Erlebnis – 95 Prozent der Ausstellungsfläche befindet sich im Freigelände und bietet Raum für die charakteristischen Live-Demonstrationen, die in Anzahl und Vielfältigkeit nochmals ausgebaut werden konnten. So dürfen Besuchende in diesem Jahr auf mehr als drei Viertel aller Stände im Freigelände Maschinen in Aktion erwarten – vom Materialumschlag über Erdbewegung bis hin zur Aufbereitung.

In einem Jahr, in dem nun die Mantelverordnung in Kraft tritt, setzen wir den Fokus auf robuste, maschinenseitige Lösungen für Wiederverwendung von Baustoffen.

Diesem Thema widmen wir uns im Zusammenspiel mit unseren Ausstellenden ganzheitlich und so reicht das Innovationschaufenster von praxisnahen Impulsen bei der Herstellung von Sekundärbaustoffen an den Ständen von beispielsweise Doppstadt, Kölsch und Kurz bis hin zum Einbau von Ersatzbaustoffen im Straßenbau auf der Musterbaustelle Tief- und Straßenbau – ganz im Kontext einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Fachliche Abrundung findet das Leitthema im Rahmen einer namhaft besetzten Podiumsdiskussion mit dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann und Vertreten aus Verbänden und Wirtschaft, in dem der Wissenstransfer rund um Gütesicherung, Produktstatus sowie die Aufnahme von Sekundärbaustoffen im öffentlichen Ausschreibungswesen angekurbelt werden soll.

Das Thema findet sich auch im Rahmen des SBM-Forums, das wir unter fachlicher Begleitung des bdsv gestalten, wieder. Dieses widmet sich getreu dem Namen Sustainable Building Materials nachhaltigen und ökologischen Materialien im Hoch- und Infrastrukturbau. Hier finden am Messefreitag, 28. April, von 9 bis 13 Uhr im Hallenbereich der RATL Fachvorträge zum sortenreinen Trennen, zu Erkenntnissen der Verwendung von R-Beton, zur Klassifizierung von sekundären Baustoffen und zu pflanzenbasierten Fasern für regionale Wertschöpfungsketten statt.

ABZ: Wie war der Zuspruch von Ausstellern im Vorfeld der Messe?

Hogenmüller: Der Zulauf der Ausstellenden ist sogar vier Wochen vor Messebeginn noch immens. 250 Ausstellende positionieren sich in einem praxisnahen Umfeld. Das ist das beste Ergebnis der RATL seit jeher und im Vergleich zur Vorjahres-Ausgabe ein Zugewinn von über 10 Prozent.

Neuzugänge wie Beutlhauser, die Firmengruppe Nagel, Topcon, Terex Ecotec oder Untha tragen zu einem umfänglichen Produkt- und Markenquerschnitt bei. Besonders freut uns, dass langjährige Ausstellende wie JCB oder Zeppelin ihre auf der Messe abgebildeten Produktsparten ausweiten und sich breiter und somit auch größer aufstellen, beispielsweise im Kompakt- und Umschlagsmaschinen-Bereich.

Das 90.000 Quadratmeter große Freigelände, was der Größe von etwa zwölf Fußballfeldern entspricht, war zum Jahresbeginn restlos ausvermietet. Erstmals blicken wir auf eine Warteliste von über 20 Interessierten, die besonderes Augenmerk auf die Inbetriebnahme ihrer Lösungen legen möchten – wofür unsere Messe steht. Mit unterschiedlichen Nutzungskonzepten konnten wir punktuelle Präsenzen noch ermöglichen. Unser Freigelände platzt vor geballter Maschinentechnik aus allen Fugen und Besuchende können sich auf zahlreiche Maschinen-Highlights auch außerhalb der Stände freuen.

ABZ: Die Messe bietet wieder einige Musterbaustellen und Aktionsflächen, was sind die Hauptthemen in diesem Jahr?

Hogenmüller: Mit fünf hochkarätig besetzten Demo-Formaten schaffen wir den idealen Rahmen, damit Besuchende Innovationen und passgenaue Lösungen für den Einsatz im eigenen Betrieb vergleichen und das perfekte Match für diesen ausloten können. Die rund 40 Shows an den drei Messetagen teilen sich auf die Aktionsflächen Holz & Biomasse sowie Schrott & Metall, die Musterbaustellen Tief- und Straßenbau und Elektromobilität im Kompakt- und GaLaBau sowie die Anbaugeräte-Arena mit den Shows Boden, Abbruch und Recycling auf.

Besonders freut uns, dass die Aktionsfläche Holz & Biomasse nach Pausierung im Jahr 2022 thematisch um die Elektrifizierung in der Anlagentechnik weiterentwickelt werden konnte. Von den insgesamt 14 präsentierten Recyclinganlagen werden drei elektrifizierte Zerkleinerer im Live-Betrieb vorgeführt. Rund 200 Tonnen Holz, Grünschnitt und Wurzeln werden im Rahmen dieser Aktionsfläche eindrucksvoll verwertet.

Die 2022 erstmals inszenierte Anbaugeräte-Arena entpuppte ein besonders hohes Nutzenversprechen für die Besuchenden, sodass dieses Demo-Format mit geringen Modifizierungen im Hinblick auf Gerätevarietät und Wissenstransfer inhaltlich geschliffen wurde. In weiterhin drei Shows zu den thematischen Schwerpunkten der Bodenbearbeitung "Show Boden", des Abbruchs und Rückbaus "Show Abbruch" sowie des Recyclings mineralischer Stoffe "Show Recycling" wird dem Besuchenden in imposanten Demonstrations-Sequenzen, die einen ausgewählten Bauabschnitt projizieren, ein Blitzlicht zum Produkt gegeben. Besonderes Augenmerk bei der intensiven Showkonzeption lag auf der Vielfalt der Werkzeugpalette: Neben Abbruchhämmern, Pulverisieren, Separatoren und Fräsen, dürfen sich Besuchende auch auf Leichtstoffsauger oder neueste Siebtechnik freuen!

Ein weiteres Highlight liegt auf der gemeinsam mit dem VDBUM installierten Musterbaustelle Tief- und Straßenbau, bei welcher Besuchende wirtschaftliche und nachhaltige Technologien eingebettet in einen praxisnahen Bauprozess mit messegerechtem Zeitraffer für den Infrastrukturbau vorfinden: vom rationellen Erdaushub über den Umschlag und Transport von Aushubmaterial sowie die 3D-gesteuerte Planumserstellung, dem Asphalteinbau aus der Kombination von Beschicker und Fertiger bis zur Verdichtung inklusive flächendeckender Verdichtungskontrolle.

ABZ: Auf der RATL werden geführte Rundgänge stattfinden, die überwiegend von Verbandspartnern organisiert werden. Was erwartet die Messebesucher und bis wann empfiehlt sich eine Anmeldung?

Hogenmüller: In sechs geführten, kostenfreien Rundgängen über das weitläufige Messegelände greifen wir Themen auf, die die Branchen bewegen, geben Impulse und zeigen Lösungsansätze. Die Teilnehmenden erhalten einen komprimierten Überblick zu bestimmten Fragestellungen rund um die Themenkomplexe der Bau-, Abbruch- und Recyclingwirtschaft. Das Wertvolle daran ist, dass die Anlaufstationen sich inhaltlich perfekt auf die Gruppe vorbereiten und ein passgenauer Ansprechpartner einen fundierten Einblick zum Thema gibt.

Auf ein besonderes umfangreiches Angebotsspektrum dürfen sich die Teilnehmenden bei den Lösungstouren zum Schwerpunkt "Technologien und Lösungen in der Recyclingtechnik" und "Abbruch- und Aufbereitungstechnik" freuen. Der Rundgang mit Schwerpunkt "Lösungen für den Kompakt- und GaLaBau" ist durch den Fokus auf alternative Antriebsformen ebenso stark besetzt.

Immer mit dabei: die jeweiligen Branchenexperten unseres Messebeirats BDSV, VDBUM, VDMA Recyclingtechnik und dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg, die die jeweiligen Rundgänge fachlich begleiten und moderieren. Eine Anmeldung ist über den Online-Ticket Shop oder an den Kassen vor Ort möglich und immer an den Erwerb eines Messetickets gebunden.

ABZ: Unter dem Stichwort "BAUSTELLE–ZUKUNFT" findet wieder eine Jobbörse statt. Was erwartet die Besucher dort?

Hogenmüller: Die 2022 erstmals ins Leben gerufene Sonderschau Baustelle? Zukunft richtet sich an interessierte Schüler, Studenten, Young Professionals, Fachkräfte und Quereinsteiger. In Summe positionieren hier fünf renommierte Bau-, Abbruch-, und Recyclingunternehmen, darunter Leonhard Weis, Oettinger und Schleith ihre Arbeitgebermarke und aktuelle Jobs – und das in einem realitätsnahen Umfeld, in welchem einzelne Berufsbilder, wie zum Beispiel der des Baugeräteführers oder Vorarbeiters, hautnah erlebt werden können.

Inhaltich aufgewertet wird die Jobbörse, deren Stellenwert durch die neue Verortung im Zentrum des Freigeländes nicht nur räumlich hinzugewonnen hat, durch die inhaltliche Ergänzung einer vor Ort installierten "Job-Wall" mit aktuellen Stellenausschreibungen der Baustelle–Zukunft Partner. Damit bietet die RATL die Möglichkeit, eigene Zukunftschancen in unseren Branchen direkt auf der Messe auszulosten. Im perfekten Zusammenspiel zur Jobbörse zahlt der durch den VDBUM initiierte Regionalentscheid Süd des "VDBUM Azubi Cup – Deutsche Meisterschaften im Steuern von Baumaschinen-Simulatoren 2023/2024" auf die Anwerbung engagierter Nachwuchskräfte und die Sicherung dieser für das Baugewerbe ein. Azubis aus Bauwirtschaft, GaLa- und Maschinenbau treten in einem Wettbewerb in Theorie und Praxis gegeneinander an und müssen unter anderem einen Kettenbagger und Radlader am Simulator möglichst fehlerfrei bedienen. Der Vorentscheid findet über die gesamte Messelaufzeit im praxisnahen Umfeld der Musterbaustelle Elektromobilität im Kompakt- und GaLaBau, wo der VDBUM auch seinen Messestützpunkt hat, statt.

ABZ: Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr am meisten?

Hogenmüller: Ein persönliches Highlight sind für mich die bemerkenswert vielen Demonstrations-Inseln, welche die Ausstellenden in besonderer Akribie, Detailgetreue und Praxisnähe in diesem Jahr auf ihren Ständen umsetzen. Ich lasse es mir nicht nehmen, jede Standbaueinreichung einmal zu streifen – denn so erhält man den besten Einblick, welche Produkthighlights auf der Messe zu sehen sein werden und wie wir unsere Ausstellenden unterstützen können, diese in Szene zu setzen. Messen machen heißt Erlebnisse schaffen – wenn uns der Überschlag von Herausforderung zu Lösung gelingt und das in einem Rahmen, der Lust macht sich diesen auch anzunehmen, dann bieten wir einen Mehrwert. Besonders freue ich mich, mich an einer Live-Demo von XXL-Altreifenrecycling und – ein Novum auf unserer Messe – des Stoffstroms von Gewerbeabfall zu begeistern. Ich habe auch Lust darauf zu sehen, wie engagierte Nachwuchskräfte aus dem GaLaBau an drei Messetagen drei fertige Showgärten bauen und an ihrem Berufsstand pure Freude erfahren. Und ich kann es kaum noch abwarten, dass sich mehr denn je vom 27. bis 29. April auf dem Karlsruher Messegelände alles dreht, staubt, lärmt – einfach bewegt!

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