Saubere Energie

Enges Wasserwerk gibt Schalaufgabe auf

Mayer Schaltechnik Schalungstechnik
Für die drei neuen Kaplan-Turbinen mussten die Ein- und Auslaufbauwerke des über 100 Jahre alten Laufwasserkraftwerks komplett umgestaltet werden – hier die Auslauftrichter zu den Diffusoren auf der Unterwasserseite. Foto: Mayer Schaltechnik

Erlangen (ABZ). – Für die Baumaßnahmen am Wasserkraftwerk "Werker" haben die Erlanger Stadtwerke die Raab Baugesellschaft mbH & Co KG aus Ebensfeld bei Lichtenfels engagiert. Das über 110 Jahre alte Familienunternehmen, heute von der vierten Generation geführt, hat sich auf seiner Webseite zum Umweltschutz bekannt und sich für diese knifflige Baumaßnahme an bzw. in der Regnitz angeboten. Denn bei der Erneuerung des Wasserwerks geht es seit September 2015 darum, drei alte Francis-Turbinen durch drei verstellbare Kaplan-Turbinen mit jeweils 200 kW Leistung zu ersetzen. Da die horizontal liegenden Kaplan-Turbinen auch schwankende Wassermengen flexibel und mit hohem Wirkungsgrad nutzen können, soll der Ertrag um rund 20 % steigen. Da die neuen Turbinen horizontal durchströmt werden – statt vertikal wie bisher – müssen der Einlauf am Oberwasser und der Diffusor am Unterwasser umgebaut werden. Dazu kommt eine neue, mit nur 15 mm Stababstand sehr engmaschige Rechenanlage am Einlauf, die nicht nur die Turbinen vor Beschädigungen durch Treibgut schützt, sondern auch Fische von den Turbinen fernhält.

Raab stützt sich dabei auf eine Stammbelegschaft von mehr als 200 Mitarbeitern, die für Geschäftsführer Wolfgang Schubert-Raab das Kapital des Unternehmens sind: "Maschinen und Produkte lassen sich kaufen, aber ohne qualifizierte Bediener oder Fahrer sind sie ziemlich wertlos." Engagierte Mitarbeiter, im eigenen Betrieb ausgebildet, würden zudem als Mitdenker geschätzt und für den wichtigen Vorsprung vor dem Wettbewerb sorgen. Im vorigen Herbst ist das Kraftwerk mit einer Dammschüttung und einer gerammten Spundwand trockengelegt worden. Dies war ein Vorschlag von Wilhelm Kleinlein, technischer Leiter Tiefbau bei Raab. Anschließend wurden die alten Generatoren und die Schaltanlagen rückgebaut und eine Zwischendecke herausgebrochen, um die Turbinen ausbauen zu können. Nachdem im Turbinenkeller die neuen Fundamente betoniert waren, konnten Anfang März drei neue Kaplan-Turbinen – jede 16 t schwer – mit einem Mobilkran eingehoben werden.

Die größeren Betonflächen im Außenbereich von Ober- und Unterwasser hat Polier Oswin Freitag mit Rahmenschalung aus dem eigenen Bestand geschalt. Im engen Innenbereich sowie beim Anschluss an den Bestand ließ sich damit allerdings nichts bewirken. Dafür hat Raab seine "Alumax" von Mayer Schaltechnik nach Erlangen gebracht, von der man nach positiven Erfahrungen rund 200 m² angeschafft hatte. Für Freitag die ideale Handschalung: "Sie ist leicht, und das Beischalen an unregelmäßige Konturen oder Einbauten geht einfacher als mit jeder anderen Systemschalung." Er hält die "Alumax" für eine sehr wirtschaftliche Alternative zu einer teuren Sonderschalung. Besonders bei den Außenwänden am Unterwasser mit den einbetonierten runden Stahlauslauftrichtern war die Handschalung mit ihrem randlosen Aluminiumprofil die optimale Lösung: Nicht allein wegen ihres geringen Gewichts ist sie eine Handschalung für enge Bereiche – ihre Besonderheit ist der fehlende Profilrand, der bei üblichen Rahmenschalungen die Schnittkante der Schaltafel umgreift. Ohne diesen Rand kann man die Schalplatte, falls erforderlich, größer als den Rahmen zuschneiden und ein Stück über das Aluprofil überstehen lassen und so die Schalung an die unregelmäßige Bauwerkskontur anpassen. Wo die Platte zu weit über den Rahmen auskragt, kann ein Kantholz zur Unterstützung angeklemmt werden.

Auf diese Weise ließen sich die runden Konturen der Diffusoren sauber anschalen und auch die Anschlüsse an den Bauwerksbestand herstellen – mit minimalem Schalhaut- und Kantholzverschnitt. "Das geht mit keiner anderen Systemschalung so einfach", stellt Polier Freitag fest. Da die "Alumax" zu 100 % mit anderen Schalsystemen von Mayer kompatibel ist, lässt sich bei größeren Flächen nahtlos mit der leichten "Ultramax L" oder der schweren "Ultramax S" weiterarbeiten. Während die Außenschalung am Wasserkraftwerk jeweils taktweise umgesetzt wurde, hat man für die Innenseite drei komplette Schalsätze vorgehalten – für jeden Turbinenkeller einen. So konnten mit "Alumax"-Elementen innerhalb der extrem engen Schächte weitere Zwischen- und Aussteifungswände betoniert werden, ohne die Schalung durch die engen Bodenöffnungen mehrfach ein- und wieder ausheben zu müssen.

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