Umsetzung mithilfe von Zeppelin Rental

Kluge Verkehrsführung sichert Brücken-Rückbau

Hamburg (ABZ). – Die Bundesautobahn 7, die sich im Westen von Hamburg-Altona entlang schlängelt, war Ende 2022 punktuell eine Großbaustelle. Im Abschnitt zwischen Othmarschen und Bahrenfeld bekommt die A 7 derzeit auf gut 2 km Länge einen sogenannten Deckel.
Zeppelin Rental Straßenbautechnik
Eine leergefegte Autobahn 7 ist ein seltener Anblick. Im Zuge des Großprojektes "Hamburger Lärmschutzdeckel" im Bereich Altona wurden Ende 2022 mehrere Brücken zeitgleich abgerissen, darunter auch die verbliebenen Brückenteile am Osdorfer Weg. Foto: x21de photography/Reiner Freese

Neben vollumfänglichem Lärmschutz für tausende Anwohner und Anwohnerinnen entstehen mit dem "Hamburger Deckel" im Bereich Altona neue Stadtflächen von insgesamt 19 ha, Platz für öffentliche Grünflächen und Wohnungsbau. Bis es jedoch soweit ist, gibt es noch viel Arbeit. Damit die wichtige Nord-Süd-Verbindung von sechs auf acht Spuren ausgebaut werden kann, müssen mehrere Autobahnbrücken abgerissen werden. So auch die verbliebenen Brückenbauwerke der A-7-Überquerung Osdorfer Weg. Dort übernahm Zeppelin Rental die Umrüstung der Verkehrsführung im Rahmen einer 79 Stunden langen Vollsperrung der Autobahn 7.

Die Vorarbeiten fanden schon am Donnerstag vor dem Wochenende der Sperrung statt. Die Zubringer auf und die Abfahrten von der Autobahn wurden geschlossen. Um den Verkehr geregelt über den noch bestehenden Brückenabschnitt zu lenken, stellten die Verkehrssicherungsmonteure von Zeppelin Rental die Verkehrsführung von insgesamt sechs auf zwei Fahrspuren Richtung Westen und einspurig Richtung Osten um. Im Rahmen der Verkehrssicherung montierte das Team 207 Baken, knapp 200 Absperrschrankengitter, 80 Schilder, Vorwarnzeichen und Hinweistafeln. Komplettiert wurde der Umbau der Verkehrslenkung mit temporären Schutzeinrichtungen des Typs METON I und METON VI, die sich auf einer Länge von etwa 150 m auf beiden Seiten des Baustellenbereiches entlangzogen, um Fußgänger und Radfahrer vom motorisierten Verkehr abzuschirmen.

"Die Herausforderung des Projekts war, dass es in diesen 79 Stunden, während die alten Brückenteile zurückgebaut wurden, sehr dynamisch zuging. Wir waren mit gut elf Personen nahezu ununterbrochen vor Ort, um auf kurzfristige Änderungen reagieren zu können. Das Umstellen und Verengen einer sechsspurigen Stadtstraße birgt durchaus Komplexität und war in diesem Fall äußerst stramm getaktet, ohne viel Luft zwischen den einzelnen Schritten. Der Druck ist da, der Verkehr muss fließen, alle Arbeiten müssen reibungslos ablaufen, am Montag wird die Sperre aufgehoben, ohne Wenn und Aber. Das ist dann schon für alle Beteiligten und für mich als Bauleiter herausfordernd", erläutert Detlef Johansen, Bauleiter am Kompetenz-Center für Baustellen- und Verkehrssicherung von Zeppelin Rental in Hamburg.

Als Projektmanagementgesellschaft plant und baut die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) Hamburgs längsten Lärmschutzdeckel. Zeppelin Rental unterstützt das Großprojekt mit Verkehrssicherungsmaßnahmen auf der A-7-Querung. "Wir prüfen die Verkehrszeichenpläne auf ihre Machbarkeit, sprechen sie im Team durch und leiten sie dann an die Behörden weiter", erklärt Johansen.

Arbeiten im laufenden Verkehr

Je nach Baufortschritt vollzogen sich die Verkehrsumrüstung und Spurenwechsel während des gesamten Novemberwochenendes wiederholt aufs Neue im Baustellenbereich. Sicherheit geht auch hier selbstverständlich vor. Da alle Arbeiten im laufenden Verkehr ausgeführt wurden, arbeiteten die Monteure in einem durch Baken abgesicherten Schutzbereich. "Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit unserer ARGE-Partner und den beauftragten Unternehmen, zu denen auch Zeppelin Rental zählt. Hier greift eine Hand in die andere, sonst wäre eine solche Umsetzung in so kurzer Zeit gar nicht leistbar", sagt Mike Ahlmeyer, Baubevollmächtigter der DEGES.

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Altbestände auf der Fahrbahn entfernen die Mitarbeitenden vor Ort mit Spezialfräsen aus dem Mietpark von Zeppelin Rental. Foto: x21de photography/Reiner Freese

Das Finale bildeten am Sonntag die Markierungsarbeiten. Aufgrund der nassen Witterung war das Arbeiten mit Markierungsfolie nicht mehr umsetzbar. "Wir hatten allerdings sehr Glück mit dem Wetter, da es in besagtem Zeitfenster der Sperrung trocken blieb und die Temperaturen nicht unter fünf Grad fielen, sodass wir die Markierungsarbeiten mit Farbe durchführen konnten", so Johansen. Das Vormarkierungsteam unter der Führung von Torsten Behrendt, Montageleiter bei Zeppelin Rental, übertrug die Daten des Verkehrszeichenplans auf die Straße, nahm Maß, rechnete die Abstände und Markierungsverläufe aus und zeichnete mit einem Silberstrich die Markierung vor. "Das ist, wenn man so will, der wichtigste Schritt bei den Markierungsarbeiten, hier kommt es auf höchste Präzision an", erklärt Bauleiter Johansen. "Die Vormarkierungen werden gleich vor Ort von Behördenträgern geprüft ob hier zentimetergenau gearbeitet wurde."

Erst dann rückt die eigentliche Markierungskolonne an. Hier arbeitete Zeppelin Rental mit einem Nachunternehmer zusammen. Bevor die neuen leuchtend gelben Markierungen den Verkehrsteilnehmern den Weg über die neue Brücke weisen, mussten zuerst die Altbestände mittels Spezialfräsen aus dem Mietpark von Zeppelin Rental von der Fahrbahn entfernt werden.

Im Anschluss wurden die zu markierenden Stellen mit zwei Hochdruckheizern, ebenfalls Bestandteil des Mietportfolios von Zeppelin Rental, vorbehandelt und im Anschluss die Farbe aufgebracht. Vor allem da die geänderte Verkehrsführung über Monate hinweg Bestand haben soll, besticht die Farbmarkierung durch ihre Langlebigkeit. Nichtsdestotrotz muss auch hier etwa jedes halbe Jahr nachmarkiert werden. Gemeinsam mit der Farbe wird ein Streumittel aus winzigen Glasperlen auf die Fahrbahn ausgebracht, das sich mit der Farbe verbindet. So wird das Licht besser reflektiert, wodurch eine höhere Sichtbarkeit, besonders nachts, und in diesem Zuge auch eine höhere Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer erzielt wird.

Verkehrsführung neu eingerichtet

Dem Zeitdruck hat das Team von Zeppelin Rental standgehalten. "Mein Team war extrem flexibel und hat tolle Arbeit geleistet", lobt Johansen. Alle Arbeiten konnten im Zeitplan erledigt werden. Am Montagmorgen um 4:30 Uhr wurde die Vollsperrung aufgehoben und die Zubringer auf die Autobahn freigegeben. Im Zuge dessen wurde die Verkehrsführung auf der Stadtstraße Osdorfer Weg erneut vom Zeppelin-Rental-Team neu eingerichtet. Laut DEGES soll der zweite Akt der Fertigteilauflage zur Komplettierung der vorgezogenen Tunnelzellen im Sommer 2023 eingehoben werden, um einen temporären Vollausbau des Straßenquerschnitts an den Überführungsbauwerken über der Autobahn im Herbst 2023 in Betrieb nehmen zu können. Die Fertigstellung des Großprojekts Lärmschutztunnel Altona ist für Ende 2028 geplant.

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