ZDB will Entlastung

Kostenanstieg bringt Handwerk zunehmend in Bedrängnis

Berlin (ABZ). – Der Präsident des Zentralverband des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, sieht die Unternehmen der Branche in einer schwierigen Situation. "Die Unternehmen und Betriebe im Handwerk sind stark verunsichert durch die Lage insgesamt, speziell durch die Materialknappheit und exorbitante Preissteigerungen, durch dramatische Energiepreiserhöhungen und die Inflation", sagte er gegenüber Medien.

Wollseifer forderte die Bundesregierung zu Entlastungen auf. Schon vor zwei Monaten habe knapp die Hälfte der Handwerksbetriebe von mindestens einer Verdopplung der Energiekosten berichtet, sagte er. "Jetzt werden es wahrscheinlich noch wesentlich mehr sein. In einer solchen Lage verlässlich Kostenkalkulationen zu machen, das ist schwierig. Wir können diese Kosten nicht in der gleichen Höhe, wie sie bei uns anfallen, an die Kundinnen und Kunden – gerade der öffentlichen Hand – weitergeben. Das alles führt dazu, dass viele Aufträge nur noch als Minusgeschäft zu erfüllen sind, was auf Dauer kein Betrieb aushalten kann."

Hinzu komme, dass es immer mehr Stornierungen und Auftragsverschiebungen gebe. "Eine Reihe von Betrieben, beispielsweise im Tiefbau, hat sogar mit kompletten Produktionsausfällen zu kämpfen, weil etwa Stahl und Bitumen nicht vorhanden sind. Wir haben große Probleme im Kfz-Handwerk, weil Ersatzteile nicht erhältlich sind." All das bringe viele Betriebe an den Rand ihrer Existenz. "Das macht uns im Handwerk mittlerweile immer größere Sorgen", betonte Wollseifer.

Es sei daher ganz wichtig, dass die Bundesregierung jetzt das ihr Mögliche tue, um die betroffenen Handwerksbetriebe zu unterstützen, damit sie durch diese schwierige Zeit kommen, sagte der Präsident. "Wir erwarten nicht, dass der Staat alle Risiken abfedern kann. Er kann nicht alle Preisentwicklungen mit öffentlichen Geldern dämpfen. Aber dort, wo der Staat mit Unterstützungsprogrammen hilft, dürfen die kleinen und mittleren Betriebe nicht außen vor bleiben. Wir haben da eine Schieflage, vor allem beim Thema Energiekosten." Es könne nicht sein, dass man sich nur daran ausrichte, ob ein Unternehmen international orientiert sei und im internationalen Wettbewerb stehe.

Zu den Materialpreisen sagte Wollseifer, beim Holz hätten sie sich im Moment auf hohem Niveau eingependelt. "In anderen Bereichen ist das bei Weitem nicht der Fall, zum Beispiel bei Metallen. Die Preise schießen weiter in die Höhe. Das gilt auch für Kunststoffe und für Dämmstoffe. Das ist langfristig nicht kalkulierbar für die Betriebe."

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