Konjunkturerwartungen im März

Corona-Krise erreicht die Baustellen

Berlin (ABZ). – Zum Jahresbeginn waren die Aussichten für die Bauwirtschaft noch sehr gut. Mit einem dicken Umsatzplus sind die Unternehmen des Bauhauptgewerbes in das neue Jahr gestartet. Allmählich machen sich aber auch hier die Auswirkungen der Corona-Pandemie bemerkbar, wie aus einer aktuellen Befragung der Mitgliedsunternehmen im Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) hervorgeht. Nach der monatlichen Konjunkturumfrage des ZDB zur Nachfrage- und Produktionsentwicklung sind die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Baustellenbetrieb im März deutlich spürbar. Eine stabilisierende Wirkung hätten entsprechende Erlasse des Bundes (dem Bundesministerium des Inneren und des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur) zur angestrebten Aufrechterhaltung des Baustellenbetriebes gehabt. Demnach sollen auch Planungen fortgesetzt und weitere Bauvorhaben zur Ausschreibung geführt werden. Erwartungsgemäß habe es deutlich mehr Meldungen zur Behinderung der Bautätigkeit gegeben. Der Anstieg ist laut ZDB vorrangig auf Folgewirkungen der Corona-Pandemie, wie krankheitsbedingte Ausfälle bei Arbeitnehmern und Lieferschwierigkeiten von Material, zurückzuführen. Zudem sei es zu Verzögerung des Baubeginns und Unterbrechungen und Baustellenschließungen von Bauherrenseite gekommen.Die aktuelle Geschäftslage beurteilen viele der befragten Unternehmen noch als gut – insbesondere im Wohnungsbau. Die Erwartungen für die kommenden drei Monate lassen hingegen erkennbar nach. Der ZDB-Umfrage zufolge erwarten die Unternehmen Auswirkungen auf die Nachfrage in den kommenden Monaten in allen Bausparten. Wegen Umsatzrückgängen in der Industrie und besonders im Dienstleistungsbereich wird mit der Zurückstellung von Investitionen im Wirtschaftsbau gerechnet. Kommunen rechnen vielerorts mit Einbrüchen bei den Gewerbesteuereinnahmen, was ihre Neigung zu Investitionen hemmen werde. Im Wohnungsbau werden zudem Schwierigkeiten bei Projektfinanzierungen befürchtet. Die Geräteauslastung im März hielt im Hochbau knapp das Vormonatsergebnis mit gut 70 Prozent. Im Tiefbau ging der Wert saisonbedingt noch etwas hoch, von 60 Prozent auf 65 Prozent. Damit wurden auch jeweils (noch) die Vorjahreswerte gehalten. Die Auftragsbestände halten im Vormonatsvergleich bei 3,5 Monaten im Hochbau und gut 2,5 Monate im Straßenbau. Die zurückhaltenden Erwartungen schlagen sich jedoch bereits bei der Investitionsneigung der Bauunternehmer nieder. Es wird nur noch vor Ersatzinvestitionen berichtet.Zum Jahresbeginn konnte sich die Bauwirtschaft noch über ein dickes Umsatzplus von 13 Prozent freuen, wie das Statistische Bundesamt vor Kurzem in Wiesbaden berichtete. Die deutlichsten Umsatzsteigerungen gab es im Straßenbau (+22,1 Prozent) und in der Dachdeckerei (+19 Prozent). Die Betriebe beschäftigten vor der Corona-Krise auch 2,3 Prozent mehr Leute als noch im Januar 2019.

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