Wehranlage Jettenbach

Strom für 200 000 Haushalte

München/Töging am Inn (ABZ). – Beauftragt von der Verbund Innkraftwerke GmbH, arbeitet die Porr im Rahmen des Gesamtprojekts Neubau des Kraftwerks in Töging am Inn seit Oktober 2018 an mehreren Baulosen. Eines der Baulose umfasst die Erstellung der neuen Wehranlage Jettenbach im Fluss Inn. Die Anlage soll den Zulauf zum Kraftwerk Töging regeln. Ein finaler Meilenstein ist nun im Projekt erreicht: Ende September schloss die Porr die Baumeisterarbeiten für die Wehranlage im Fluss sicher und gemäß dem Zeitplan ab.
Porr Bau Baustellen
Die Baumaßnahmen wurden überwiegend im Fluss bei laufendem Gewässer durchgeführt. Foto: Porr

Die neue Wehranlage im bayrischen Jettenbach umfasst mit einer Breite von 160 m ein Restwasserkraftwerk, vier Wehrfelder und einen Fischabstieg inklusive Wasserkraftschnecke. 40 000 m³ Beton und rund 4000 t Stahl wurden für das neue Wehr verbaut. Um eine sichere Gründung der Wehranlage im Wasser zu gewährleisten, wurde der Grundwasserspiegel in der Baugrube um rund 9 m abgesenkt. Spundwände mit einer Länge von 23 m wurden eingebracht und DSV-Säulen mit bis zu 3,4 m Durchmessern als Gründungselemente verwendet. Um die bestehenden Kalk- und Betonblöcke zu lösen, kam ein 90 t schwerer Bagger zum Einsatz.

Die Baumaßnahmen wurden überwiegend im Fluss bei laufendem Gewässer durchgeführt. In einer Flusshälfte wurde gebaut, während in der anderen das Wasser floss. Die Herausforderung: Bei Hochwasserereignissen liefen über 1000 m³ pro Sekunde Wasser direkt an dem Baugrubenverbau vorbei. Dabei war der Wasserstand im Fluss bis zu 8 m höher als die Arbeitsbereiche im Spundwandkasten.

Das erfahrene Expertenteam der Porr konnte diese Herausforderung sicher und gemäß dem Zeitplan bewältigen, teilt das Unternehmen mit. Bis Mitte September wurden die Beton- und Erdarbeiten komplett abgeschlossen. Ende September fand der planmäßige Rückbau der Baugrubenumschließung vom Wehrfeld 1 statt und das letzte Wehrfeld wurde geflutet. Dieser Schritt stellte kurz vor der Fertigstellung der Baumeisterarbeiten eine letzte große Aufgabe dar: Innerhalb einer Woche mussten in Summe 130 t Spundwand im Fluss ausgebaut werden. Um die Spundwände zu schneiden, wurde ein temporärer Umschließungsdamm in den Inn geschüttet und das Wasser mittels Pumpen lokal abgesenkt. Anschließend wurden die Spundwände etwa 1,5 m unter dem außenliegenden Inn-Wasserspiegel mittels Schneidbrenner abgetrennt und in Stücke geteilt. Nicht nur die Wehranlage im Wasser wurde Ende September fertiggestellt: Auch die Baumeisterarbeiten beim Betriebsgebäude sind nun planmäßig abgeschlossen. Anschließend erfolgen im Herbst 2021 sowie im Winter 2022 die Elektrifizierung und Fertigstellung des Stahlwasserbaus – jeweils gesondert beauftragt durch VERBUND. Die endgültige Fertigstellung und finale Inbetriebnahme des Gesamtprojekts sind für Herbst 2022 geplant. Die Fertigstellung der Innkanalbrücke stellt für die kommenden Monate noch einen weiteren finalen Meilenstein für die Porr dar: Der Überbau der 130 m langen Straßenbrücke ist bereits abgetragen. Derzeit werden die Pfeiler erhöht. Ein neuer Überbau wird eigenen Angaben zufolge bis Ende 2021 hergestellt. Die Inbetriebnahme der Brücke ist für März 2022 vorgesehen. Abschließend werden im Frühjahr 2022 noch die Außenanlagen durch die Porr hergestellt: Zufahrtstraßen werden erneuert und asphaltiert.

Das Gesamtprojekt, die Erneuerung des Kraftwerks Töging-Jettenbach, wird grünen Strom für etwa 200 000 Haushalte liefern. Damit soll eine Leistungssteigerung von rund 25 % erreicht werden. Der Neubau des Wehrs in Jettenbach trägt einen wichtigen Beitrag zu dieser nachhaltigen und gesteigerten Energiegewinnung bei. Ein Teil des Wassers wird mit der Wehranlage aus dem Inn entnommen. Das ausgeleitete Wasser fließt dann über den etwa 23 km langen künstlichen "Innkanal" zum Kraftwerk Töging. Das Krafthaus, das derzeit ebenfalls durch die Porr neu gebaut wird, produziert dann Strom für rund 200 000 Haushalte. Nachdem das Wasser im Krafthaus Töging genutzt wurde, wird es wieder zurück in den Inn geleitet.

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