Initiativen wollen keine neue "Monsterbrücke"

Abrissarbeiten an der Hamburger Sternbrücke sollen beginnen

Mit dem Planfeststellungsbeschluss zum umstrittenen Neubau der Hamburger Sternbrücke in der Tasche will die Bahn jetzt mit Abrissarbeiten beginnen. Das wollen Initiativen verhindern.
Kommune Bahnbau
Die Bushaltestelle "Sternbrücke" auf der Stresemannstraße und die gleichnamige Brücke. Der Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der Brücke am Rande des Hamburger Schanzenviertels ist letzte Woche veröffentlicht worden. Foto: picture alliance/dpa | Rabea Gruber

Hamburg (dpa). - Die Deutsche Bahn beginnt trotz eindringlicher Bitten von Bürgerinitiativen Anfang kommender Woche mit Abrissarbeiten an der Sternbrücke in Hamburg-Altona. Ein Bahnsprecher sagte jüngst gegenüber Medien, es handele sich um Abrissarbeiten, die sowieso gemacht werden müssten, zunächst seien nur direkt angrenzende Gebäude betroffen, die der Bahn gehörten. Damit solle nun begonnen werden. Konkret gehe es um Liegenschaften, in denen früher der Club Waagenbau und eine Autowerkstatt untergebracht waren.

„Im Laufe der nächsten Woche bis zum Ende der Fällperiode beginnt auch die Fällung erster Bäume entlang der Bahntrasse sowie weiterer Bäume auf der Brammer-Fläche.” Die Rede war von 40 von insgesamt 86 Bäumen. Sie würden durch Nachpflanzungen an anderer Stelle ersetzt.

Zuvor hatten Initiativen die Bahn gewarnt, vor Ablauf der Klagefrist Fakten zu schaffen. Gleichzeitig appellierten sie am Freitag an die Politik, einen Baustopp zu unterstützen, bis rechtlich abschließend geklärt sei, ob der seit Dienstag vorliegende Planfeststellungsbeschluss ordentlich sei, sagte der Sprecher der Initiative Sternbrücke, Axel Bühler. „Das gebietet aus unserer Sicht die politische Hygiene, der faire Umgang mit dem Verfahren.” Bis zum Planfeststellungsbeschluss habe es vier Jahre gedauert. Nun müsse wenigstens vier Wochen bis zum Ablauf der Klagefrist mit dem Fällen von Bäumen oder dem Abriss von Häusern gewartet werden.

Das Eisenbahnbundesamt hatte den fast 400-seitigen Feststellungsbeschluss zur Sternbrücke am Dienstag veröffentlicht. Demnach kann die Bahn die fast 100 Jahre alte und von täglich mehr als 900 S-Bahnen, Regional- und Fernzügen passierte Brücke durch eine 108 Meter lange und 21 Meter hohe, stützenfreie Stabbogenkonstruktion ersetzen.

Um das tun zu können, müssen nach Angaben der Bahn unter anderem bis Ende Mai fünf Gebäude sowie zwei Anbauten abgerissen werden. Zwei weitere Gebäude sollen später abgerissen werden. Mehrere Musikclubs und Gewerbebetriebe sind bereits ausgezogen. Die Kosten für die neue Brücke werden bislang auf rund 125 Millionen Euro taxiert.

„Natürlich gehen wir vor Gericht”, betonte der Sprecher der Initiative Sternbrücke, Bühler. Der Sprecher des klagenden Umweltverbands Prellbock Altona, Michael Jung, sagte, es werde damit gerechnet, dass Bahn und Stadt mit ihrer „Monsterbrücke” vor Gericht scheiterten.

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