Auftragseingang

Baubranche trotzt Rohstoffversorgung

Berlin (ABZ). – "Die Bauunternehmen haben im März einen Umsatz von ca. 8,6 Milliarden Euro erzielt. Das ist eine nominale Steigerung um zirka 15 Prozent, real, also preisbereinigt, bedeutet dies eine Steigerung um nur gut 1 Prozent. Hier schlagen die gestörten Lieferketten infolge des Ukraine-Krieges ebenso zu Buche wie die immens steigenden Materialpreise – insbesondere bei Stahl und Erdölprodukten", beschreibt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, die Branchenlage anlässlich der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen. So habe der Erzeugerpreisindex im März für Dieselkraftstoff um rund 67 Prozent, bei Betonstahl um rund 60 Prozent und Dämmmaterial um rund 40 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.

Pakleppa: Aber auch mineralische Baustoffe kommen mittlerweile in die Sogwirkung der Preisentwicklung. Steigende Energiepreise verteuern hier die Herstellung von Zement und Beton. Die Bauunternehmen haben Mühe, Material zu ordern und die Preisentwicklung in den Kalkulationen nachzuhalten".

"Erfreulich ist, dass die Nachfrage nach Bauleistungen zumindest im ersten Quartal trotzdem intakt geblieben ist. Die Order haben im März nominal um zirka 33 Prozent und real um zirka 17 Prozent zugelegt. Dabei sehen wir in allen Bausparten Zuwächse, teilweise sind diese durch Großprojekte gepuscht. Insgesamt liegen die Order im ersten Quartal nominal um 18 Prozent und real um rund 4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dies gibt uns Zuversicht, auch in den nächsten Monaten die Bauproduktion auf hohem Niveau halten zu können. Allerdings brauchen wir dazu mehr Versorgungssicherheit bei den Baustoffen und eine nachlassende Entwicklung bei den Einkaufspreisen."

"Was die Investoren jetzt dringend brauchen ist Sicherheit bei den investiven Rahmenbedingungen. Bei der derzeit diskutierten Fortschreibung von Anforderungen im Neubau im Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist auf deren wirtschaftliche Tragfähigkeit zu achten. Ist eine Wirtschaftlichkeit nicht gegeben, muss durch Förderung entsprechend ausgeglichen werden. Andernfalls werden Investitionen ausbleiben. Den gesetzlichen Mindesteffizienzstandard im Neubau ab 1. Januar 2025 auf EH 40 anzuheben und damit nicht mehr zu fördern, halten wir für zu ambitioniert. Das Bauministerium, das Wirtschaftsministerium und das Finanzministerium sollten hier an einem Strang ziehen, wenn es um die Zielverwirklichung von 400.000 WE pro Jahr geht", so Pakleppa.

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes erreichten die Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten im ersten Quartal einen Umsatz von rund 20 Milliarden Euro, das entspricht einem nominalen Plus von zirka 20 Prozent und real von rund 6 Prozent.

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