Cembrit Patina Original

Doemens Akademie während umfangreicher Maßnahme neu gestaltet

Düsseldorf/München (ABZ). – In mehr als 100 Jahren entwickelte sich die Doemens Akademie nach eigenen Angaben von einer renommierten Brauereifachschule zu einem vielseitig engagierten Dienstleistungszentrum der Branche. Mit einem Neubau in München-Gräfelfing ermöglicht die Akademie nun ein weiteres Wachstum des vielseitigen Aus-, Weiter- und Fortbildungs- sowie Dienstleistungsangebots.
Fassade
Die Kraft Baustoffe GmbH hat die Fassadentafeln mit dem werkseitigen Grundmaß 1250 x 3050 mm auf das bauseitig gewünschte Maß von 3000 mm x 625 mm zugeschnitten und vorgebohrt. Die Montage übernahm die Güther Sanitär GmbH. Foto: Cembrit

Längst war die Brauereifachschule am alten Standort im Ortskern von Gräfelfing an ihre räumlichen Grenzen gestoßen. Bereits seit Jahren suchten deshalb Träger und Geschäftsführung der Doemens Akademie nach einem bezahlbaren und geeigneten Grundstück für einen Neubau. "Kern unserer Tätigkeit ist die Ausbildung technischer Führungskräfte für die Getränke-, Brauerei- und Lebensmittelwirtschaft", erläutert Dr. Werner Gloßner, Geschäftsführer der Doemens Akademie. "Dafür benötigen wir moderne Lehr- und Seminarräume sowie ein Technikum mit Anlagen, an denen wichtige Fertigkeiten auch praktisch erprobt und verinnerlicht werden können." Hinzu kämen Fortbildungsangebote der Genussakademie, die einen ausgezeichneten Ruf in der Braubranche genießt. Stark gewachsen sei auch der Geschäftsbereich Beratung, Seminare und Dienstleistungen, berichtet Dr. Gloßner weiter. Es habe also mehr als einen Grund für die Annahme gegeben, dass die Akademie in der Zukunft mehr Platz benötigen wird. Der Neubau sollte zum einen viele, moderne Lehr- und Seminarräume und zum anderen mehr Platz für die Technikumsanlagen inklusive Labore bieten.

In einem Gräfelfinger Gewerbegebiet konnten die Verantwortlichen schließlich mehr als 5300 m² Bauland erwerben, auf denen in einer Bauzeit von knapp 24 Monaten ein dreigeschossiges Gebäude entstanden ist. Rund 40 % mehr Bruttonutzfläche als am alten Standort stehen der Akademie nun zur Verfügung. Nach umfangreichen Ausbauten wurde der Neubau im Herbst des vergangenen Jahres schlüsselfertig übergeben.

Den drei zur letzten Wettbewerbsphase eingeladenen Architekturbüros hatte die Akademie einen detaillierten Raumanforderungsplan übergeben. Hohe Anforderungen an die energetische Qualität des Gebäudes ergaben sich aus der Tatsache, dass der Neubau staatlich gefördert wurde. Hinzu kamen die bei Sonderbauten wie Schulungseinrichtungen üblichen erhöhten Anforderungen an den Brandschutz. Die Planer sollten zugleich durch kluge Konzepte dafür sorgen, dass die begrenzten finanziellen Mittel eines gemeinnützigen Vereins ausreichen. "Trotzdem hatten wir natürlich den Wunsch, dass die Gestaltung des Neubaus versinnbildlicht, wer und was die Doemens Akademie heute ist", betont Dr. Gloßner. "Markant und ansprechend – so würde ich das gestalterische Zielbild beschreiben."

Für sich entscheiden konnte den Wettbewerb schließlich die Schwinde Architekten Partnerschaftgesellschaft mbB aus München. Architekt Michael Marx übernahm die Projektleitung. Das Büro überzeugte mit Expertise und der Fähigkeit, "die Ziele Nutzqualität, Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz, Brandschutz und Gestaltungsqualität gleichrangig zu denken", erläutert Dr. Gloßner. Als Beispiel für eine der vielen kostensparenden Ideen nennt er die Idee für die Gebäudehülle: Die vorgehängte und mit Faserzementtafeln bekleidete Fassade gestatte es, auch in der Zukunft zum Beispiel nachträglich notwendig oder sinnvoll erscheinende Installationen für Haus- und Labortechnik durchzuführen, ohne dass hierdurch Schäden an der Fassade zu erwarten sind. Gleichzeitig wirke die Kombination aus den "Cembrit Patina" Fassadentafeln mit den vorgelagerten Fluchtbalkonen und Sonnenschutzlamellen aus eloxiertem Aluminium modern und technisch. "Diese Gestaltung passt gut zu uns."

Das Ziel, dass in den Seminarräumen auch in sehr heißen Sommern ohne Klimaanlage tolerierbare Temperaturen herrschen, wurde durch die Kombination einer automatisch gesteuerten Beschattung mit einer gut gedämmten Gebäudehülle erreicht. "Schon während der Innenausbau lief, konnten wir erkennen, dass unser Ziel erreicht wurde", berichtet Dr. Gloßner. "Hier kam keiner mehr ins Schwitzen als aufgrund körperlicher Anstrengung unvermeidlich." Dafür sorgt unter anderem eine gute gedämmte Außenwand. Auf einer 250 mm dicken Wand aus Stahlbetonelementen wurde eine schwarz vlieskaschierte Mineralwolldämmung in einer Dicke von 140 mm mechanisch befestigt.

Als Unter- und Tragkonstruktion wurde ein zweiteiliges System genutzt, das Bautoleranzen teilweise kompensiert und damit die Planebenheit der Fassadenbekleidung unterstützt. Auf die Edelstahl-Wandkonsolen werden vor der Dämmung die Aluminium-Tragprofile der Bekleidung befestigt. Zwischen Bekleidung und Dämmung entsteht ein etwa 5 cm breiter Hinterlüftungsspalt, der nach jedem Geschoss durch eine Brandsperre verschlossen wird. So wird die Ausbreitung eines Feuers auch hinter der Bekleidung verhindert. Für die Fassade des Neubaus der Doemens Akademie wurden auf die beschriebene Unterkonstruktion 8 mm dicke Cembrit-Patina-Fassadentafeln im Farbton P222 sichtbar genietet. Die gesamte Außenwandkonstruktion ist als nicht brennbar klassifiziert.

Die Kraft Baustoffe GmbH hat die Fassadentafeln mit dem werkseitigen Grundmaß 1250 x 3050 mm auf das bauseitig gewünschte Maß von 3000 mm x 625 mm zugeschnitten und vorgebohrt. Die Montage übernahm die Güther Sanitär GmbH. Rund 1800 m² Bekleidungen wurden innerhalb von fünf Monaten durch im Schnitt fünf Monteure verarbeitet, berichtet Geschäftsführer Sascha Güther.

Cembrit-Patina-Tafeln werden werkseitig hydrophobiert und sind so vor Verschmutzungen während der Verarbeitung geschützt, erläutert der Hersteller. Nach der Montage wittert die hydrophobe Beschichtung ab, sodass die natürliche Reife der ansonsten unbeschichteten Faserzementtafeln beginnen kann. "Anders als weiß lackierte bringen die Patina-Tafeln von vornherein eine dezente Lebendigkeit auf die Fassade", erklärt Projektleiter und Architekt Michael Marx. Keine Platte gleiche der anderen. Die natürliche Wirkung entstehe deshalb nicht erst nach längerer Zeit und durch den erwarteten Patina-Effekt, sondern sei eben von Anfang an gegeben. Marx hat wie die meisten seiner Kollegen in der Schwinde Architekten Partnerschaft schon Erfahrungen bei der Erstellung hinterlüfteter Vorhangfassaden gesammelt: "Unser Team befasst sich schwerpunktmäßig mit Entwurf und Bau von Bildungs-, Verwaltungs- und Sonderbauten, für die natürlich die Themen Brandschutz und Wärmeschutz von großer Bedeutung sind. Unsere Empfehlung geht daher größtenteils in Richtung VHF, die dauerhaft sehr guten Witterungsschutz bietet und im Unterhalt wirtschaftlich ist." Faserzement sei ein hinsichtlich Haptik und Optik besonders vielfältiger Werkstoff, obendrein robust und nahezu wartungsfrei. Mit Cembrit-Patina habe er nun zum ersten Mal gearbeitet, aber die Optik der vom Verarbeiter gut ausgeführten Fassade überzeuge.

Rainer Daumann, Area Sales Manager bei Cembrit, begleitete das Bauvorhaben der Doemens Akademie und erklärt, wie sich die Fassade zukünftig entwickeln wird:

"Die natürliche Alterung des Faserzements wird sehr dezente Spuren an der fein geschliffenen, matten Tafeloberfläche der Patina Original hinterlassen. Die Fassade erwirbt nach und nach eine Art Patina, daher der Produktname. Damit verleiht sie dem Gebäude ein einzigartiges Erscheinungsbild mit kleinen, subtilen Variationen in der Oberfläche. In einer Zeit, in der Authentizität und Natürlichkeit neu geschätzt werden, entdecken immer mehr Architekten die Patina Original für ihre Arbeit."

Lieferbar ist sie nach Herstellerabgaben in elf Farbtönen. Da die Tafeln autoklaviert sind, müssen Schnittkanten nicht versiegelt werden. Gleichzeitig zeigen sie dieselbe Farbigkeit wie die Vorderseite der Fassadentafel. Das sorgt für eine homogene Optik der Oberfläche selbst bei stark gegliederten Fassaden mit vielen Anschlüssen und Schnitten. Werden die Fassadentafeln in einer Dicke von 12 mm auf eine Stahl-Unterkonstruktion genietet, so erfüllt die Bekleidung auch die Anforderungen an Ballwurfsicherheit.

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