Großprojekt über Cherbourger Straße umgesetzt

Eisenbahnbrücke zügig erneuert

Bremerhaven (ABZ). – Die Eisenbahnstrecke 1740 zwischen Wunstorf und Bremerhaven verbindet Bremerhaven und Bremen mit Hannover und zählt zu den wichtigsten Strecken sowohl Niedersachsens als auch Deutschlands. Das Brückenbauwerk über die Cherbourger Straße in Bremerhaven ist Teil dieser Strecke – und baufällig, weshalb es ersetzt werden muss.
Echterhoff Brückenbau
Die Arbeiten gehen bei laufendem Bahnbetrieb vonstatten. Foto: Echterhoff

Damit hier wieder alles in sicheren Bahnen läuft, hat Echterhoff von der Deutschen Bahn den Auftrag erhalten, beide Brückenteile zu erneuern. Die alten etwa 50 m langen Stahlbrücken werden durch zwei nun rund 70 m lange Stahlbrücken in Fachwerkbauweise ersetzt. Die beiden alten Personenunterführungen hinter den alten Widerlagern werden zurückgebaut und die Geh- und Radwege in den Bereich der Kreuzung verlagert. Die besondere Herausforderung: Auf der Bahnstrecke ist zu 99 % Güterverkehr vom Hafen unterwegs.

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Echterhoff Brückenbau
Der Überbau muss vorsichtig transportiert und sorgfältig koordiniert werden. Foto: Echterhoff

Der Bahnbetrieb muss unbedingt aufrechterhalten werden. Bei den Arbeiten im Kreuzungsbereich darf der Straßenverkehr nur minimal eingeschränkt werden. Das Brückenbauwerk überspannt mit der Cherbourger Straße die Hauptverbindung zwischen der Autobahn 27 und den Überseehäfen. Für das Echterhoff-Team bedeutet das Arbeiten bei laufendem Betrieb – und mit einem überdurchschnittlich hohen Verkehrsaufkommen auf Schiene und Straße. Die Fertigstellung des parallellaufenden Großprojekts "Hafentunnel", der Entlastung bringen soll, verzögert sich, es rollen täglich etliche Lkw durch die Baustelle.

Zudem wird der Umbau der Brücken dazu genutzt, etwa 1,5 km Gleis neu zu bauen, um die Streckenführung über die neuen Brücken zu ermöglichen. Zusätzliche Lärmschutzwände sollen den Schallschutz verbessern. Es ist viel los, es ist eng, die Unannehmlichkeiten für Verkehrsteilnehmer sollen möglichst gering bleiben – die Situation an der Baustelle ist also alles andere als optimal für genaue Planungen. Das Einzige, was schon vor Baubeginn feststand, waren die Vollsperrzeiten. Nur an vier Wochenenden durfte beziehungsweise darf die Kreuzung gesperrt werden, um die alten Brücken aus- und die neuen Brücken einzubauen.

Die Arbeiten am westlichen Brückenteil begannen Ende Mai 2021. Dafür wurde zunächst die westliche Brücke abgerissen, innerhalb von sechs Monaten war der Neubau fertig. In dieser Zeit war das Streckengleis Bremerhaven-Speckenbüttel–Bremerhaven-Lehe gesperrt, das Gegengleis blieb in Betrieb.

Die eigentliche Stahlbrücke für den ersten Bauabschnitt wurde etwa 500 m entfernt auf einer Freifläche vormontiert und innerhalb von zwei Tagen verfahren und eingeschoben. Die neuen Brücken gründen auf in Summe 85 Stk. 16 m langen Großbohrpfählen, diese verhindern ein Versinken des Bauwerkes im Boden. Farbe und Struktur der sichtbaren Betonoberfläche orientieren sich an der Sandsteinoptik der alten Brücke.

Der zweite Bauabschnitt 2022 erfolgt nahezu identisch: Seit Ende Februar wird das östliche Brückenteil erneuert. Hierfür ist den Verantwortlichen zufolge eine Bauzeit von rund sieben Monaten geplant. In dieser Zeit ist das Streckengleis Bremerhaven-Lehe–Bremerhaven-Speckenbüttel gesperrt, das Gegengleis bleibt in Betrieb. Echterhoff erstellt zurzeit die Gründung und die neuen Widerlager. Der Überbau wird parallel etwa 300 m entfernt auf bahneigenem Gelände vormontiert und Mitte August 2022 eingefahren. Nach Wiederherstellung von Oberbau, Oberleitung und Kabelkanälen heißt es ab dem 2. Oktober 2022 wieder: Bahn frei auf beiden Gleisen.

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