Herbstumfrage des ZDB zur Baukonjunktur

Sieben Prozent Rückgang erwartet

Berlin (ABZ). – "Wir erwarten für dieses und das kommende Jahr eine Delle in der Baukonjunktur, das heißt der Umsatz wird in diesem Jahr real um 5,5 Prozent und im kommenden Jahr noch einmal um 7 Prozent zurückgehen", kommentierte Reinhard Quast, Präsident Zentralverband Deutsches Baugewerbe, die Erwartungen der Baubranche jüngst in Berlin.
Umfragen Bauwirtschaft
In der Herbstumfrage des ZDB vom November 2022 gehen über 60 Prozent der Unternehmen von einer Verschlechterung der Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten aus. Foto: picture alliance / dpa | Frank Rumpenhorst

Sorgenkind dabei sei vor allem der Wohnungsbau, auch die Bausparten Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau seien stark rückläufig. Quast weiter: "Der Mix aus steigenden Bau-, Finanzierungs- und Lebenshaltungskosten schlägt zunehmend auf die Nachfrage nach Bauleistungen zurück." Die Baukonjunktur verliere an Schwung. Die Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft hätten sich markant verschlechtert und trübten die Aussichten für die Baukonjunktur in 2023 deutlich ein.

Diese Einschätzung wird laut ZDB von den Mitgliedsunternehmen des deutschen Baugewerbes bestätigt. In der Verbandsumfrage von November 2022 gehen über 60 Prozent der Unternehmen von einer Verschlechterung der Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten aus. Dies betreffe insbesondere die Geschäftserwartungen im Wohnungsbau, dem Stützpfeiler der Baukonjunktur der letzten Jahre. Quasi keines der Unternehmen erwarte hier eine bessere Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten. Aber 74 Prozent der Unternehmen im Wohnungsbau gingen von einer Verschlechterung der Geschäftsentwicklung aus.

Diese rückläufige Entwicklung hat laut Quast Konsequenzen für die Beschäftigung am Bau: "Wenn es nicht gelingt, die Rahmenbedingungen für Bauinvestitionen zu stabilisieren, wird erstmalig seit 2009 wieder die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe sinken. Derzeit rechnen wir für 2023 mit etwa 910.000 Beschäftigten nach 917.000 in diesem Jahr". Einem stärkeren Rückgang wirkt demnach entgegen, dass die Unternehmen das ohnehin altersbedingte Ausscheiden vieler Mitarbeiter in den nächsten Jahren antizipieren wollen. So will das Baugewerbe weiter stark an der Ausbildung festhalten, 60 Prozent der Unternehmen wollen ihren Lehrlingsbestand halten und 26 Prozent im kommenden Jahr mehr ausbilden.

Aufgrund voller Auftragsbücher zu Jahresbeginn 2022 dürften in diesem Jahr immerhin noch rund 280.000 Wohnungen fertig gestellt werden, so der Verband. Die Genehmigungszahlen im Neubau wiesen allerdings nach unten. Bis zum Jahresende sei daher ein Rückgang bei den Baugenehmigungen um etwa 32 500 Wohnungen gegenüber dem Vorjahr zu erwarten. "Vor diesem Hintergrund rechnen wir für das kommende Jahr mit der Fertigstellung von zirka 245.000 Wohnungen, was einem Minus von 12,5 Prozent gleichkommt. Stützend wirken hier zunächst noch die hohen Auftragsbestände. In 2024 werde sich die derzeitige Zurückhaltung bei den Investitionsentscheidungen noch deutlicher bei den Baufertigstellungen bemerkbar machen", sagte der ZDB-Präsident.

Der Verband gehe von einem Rückgang des Umsatzes im Wohnungsbau von 4,5 Prozent in diesem und von 10 Prozent im kommenden Jahr aus. Einem stärkeren Einbruch wirke die Nachfrage nach Sanierungen entgegen. "Daher fordern wir auch die Förderbedingungen zeitnah, auskömmlich und niedrigschwellig zu gestalten. Es braucht schnell Klarheit über die konkrete Ausgestaltung der Förderprogramme. Dabei sollte das Fördervolumen der Vorjahre gehalten werden. Die geplante Bindung der Förderung an das EH 40 Niveau halten wir für zu ambitioniert", so Quast. Die generelle Erhöhung der AfA im Mietwohnungsbau sowie die "Wiedereinsetzung" der Sonder-Afa im Mietwohnungsbau werde begrüßt.

Im Wirtschaftsbau wird in den nächsten Monaten eine rückläufige Umsatzentwicklung erwartet, die um 5 Prozent niedriger als in 2021 ausfalle, für 2023 sei mit einem weiteren Rückgang um 6 Prozent zu rechnen. Im öffentlichen Bau prognostiziert der Verband für 2022 um 7 Prozent fallende Umsätze und für 2023 noch einmal um 4,5 Prozent weniger. Quast forderte, dass auch der Staat in seine Infrastruktur investieren müsse. "Wir erwarten, dass die öffentliche Hand ihre Hausaufgaben macht und die ihr zur Verfügung stehenden Mittel in entsprechende Maßnahmen und Aufträge umsetzt."

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