Hochwasserschutz in Sachsen

Mietmaschinen unterstützen Deichsanierung

Caterpillar Bagger und Lader
Das Bindemittel aus den Silos wird beim Mixed-In-Place-Verfahren in den Boden eingebracht.

STREHLA (ABZ). - Fast genau ein Jahr liegt das Rekordhochwasser 2013 nun zurück. Innerhalb von nur sieben Tagen fielen 22,76 Bio. l Wasser, zahlreiche Flüsse traten über die Ufer und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Betroffen war auch die sächsische Kleinstadt Strehla, die an einer Elbschleife liegt. Der Deich wurde zwischen Görzig und Trebnitz stark beschädigt, Strehla überflutet. Aus diesem Grund ist eine Sanierung nötig, die derzeit die Bauer Spezialtiefbau GmbH durchführt. Das Unternehmen greift dabei auch auf die Unterstützung des Vermietdienstleisters Zeppelin Rental zurück.

Erst 2002, dann 2013: Zweimal innerhalb von nur elf Jahren erreichten die Pegel der Elbe, der Donau und weiterer Flüsse Höchststände; von Jahrhundert- und Rekordflut war bei beiden Naturkatastrophen die Rede. Die Erinnerung an Sandsäcke, brüchige Dämme sowie überflutete Straßen, Häuser und Wiesen sind in zahlreichen Regionen Deutschlands heute noch lebendig. So auch im sächsischen Strehla im Landkreis Meißen. Vom Hochwasser im letzten Jahr betroffen waren sowohl das Stadtgebiet als auch einige Ortsteile.

Zwar brach der Deich, der den Ort schützt, nicht. Allerdings hinterließ das Wasser zwischen Görzig und Trebnitz starke Schäden. So trat Sickerwasser aus und der Damm wurde unterspült. Aus diesem Grund ergriff die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen Maßnahmen. Direkt nach der Flut wurde der Deich durch einen Auflastfilter stabilisiert. Die Aufschüttung an der landseitigen Böschung soll im Fall eines Hochwassers die Standsicherheit erhöhen.

Seit März führt die Bauer Spezialtiefbau GmbH nun den zweiten Teil der Deichsanierung durch, eine Innendichtung auf 2km Länge mittels des vom Unterneh-men patentierten Mixed-In-Place-Verfahrens. Dabei unterstützt die Riesaer Mietstation von Zeppelin Rental unter der Leitung von Sören Seifert mit zahlreichen Mietmaschinen und -geräten: Ein Radlader Cat 906H mit Ladegabel hilft beim Transport von Gerätschaften, der Kompressor XAS 97 versorgt unter anderem einen Hochdruckreiniger mit Druckluft. Zwei Flutlichtanlagen GEPX 18 LT beleuchten die nächtlichen Aktivitäten. "Denn wir arbeiten im Moment 24 Std. an fünf Tagen die Woche", so der zuständige Bauleiter Rene Kallenbach.

Er profitiert beim Projekt vom umfassenden Produktspektrum von Zeppelin Rental. Auch knapp 100 Bauzaunfelder zur Absperrung des Geländes bezieht er aus dem Mietpark. Dazu kommen unter anderem ein Radlader Cat 914G mit Schaufel für den Transport von Erdaushub, mehrere Tauchpumpen wie z. B. das Modell Nautic 3N, das bis zu 75 m³ Wasser pro Stunde fördert, Stromerzeuger verschiedener Größen sowie ein Kettenbagger Cat 308 ECR.

Mietstationsleiter Sören Seifert und sein Team kümmern sich allerdings nicht nur um die Bedienung der Mietanfragen und die Bereitstellung der Technik, sondern transportieren das Miet-Equipment auch an und ab. Da die Bauer Spezialtiefbau GmbH auch einen Elbdeich zwischen Moritz und Promnitz abdichtet, werden manche Mietgeräte auf beiden Baustellen benötigt.

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Beleuchtung aus dem Mietpark von Zeppelin Rental für die nächtlichen Bauarbeiten. Fotos: Zeppelin Rental

Bauer baut eine Innendichtung nach dem sogenannten Mixed-In-Place-Verfahren ein. Dabei werden vor Ort Bindemittel aus Silos in Mischern aufbereitet und in den Boden eingebracht. Eine Dreifachschnecke bricht den Grund auf, lagert ihn um mischt die Suspension mit dem Boden. Dieser Arbeitsschritt wird im doppelten Pilgerschrittverfahren ausgeführt. Auf diese Weise entsteht eine durchgehende fugenlose Wand, die bis in eine Tiefe von 12 m reicht. Sie schützt den Deich wie eine Membran gegen durchströmendes Wasser und sorgt damit für eine wieder ausreichende Standsicherheit. Im Abschnitt Moritz – Promnitz werden aus statischen Gründen zusätzlich Bohrpfähle mit einer Tiefe von 13 m und einem Durchmesser von 0,75 m im Abstand von 2,50 m eingebracht. Zwischen Görzig und Trebnitz sind keine zusätzlichen Träger nötig, hier hat die Mixed-in-Place-Wand eine reine Dichtfunktion.

Die Vorgehensweisen werden sich bei einem möglichen nächsten Hochwasser hoffentlich bewähren und die Anrainer der Elbe vor Schäden schützen. Die Arbeiten am Deich in Strehla sollen voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Monate ab-geschlossen sein und kosten rund 2,8 Mio. Euro.

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