Instandsetzungsmaßnahmen nach Überflutung

Tunneltechnik mit Blähton verfüllt

Dußlingen (ABZ). – Eine Überflutung des B 27-Tunnels in Dußlingen zerstörte im Sommer 2021 den Großteil der Betriebstechnik. Im Zuge der Neuinstallation wurden die vorhandenen 70 Kabelzugschächte wieder mit Liapor-Blähton verfüllt.
Liapor Blähton Baustoffe
Die Verfüllung der Kabelschächte erfolgte mittels Einblasschlauch innerhalb eines Tages. Foto: Regierungspräsidium Tübingen

Das lose Granulat gewährleistet laut Hersteller den erforderlichen Brandschutz und zeichnet sich durch einfaches Handling aus. Es war ein gewaltiges Gewitter, das sich am Nachmittag des 28. Juni 2021 über Dußlingen rund 15 km südlich von Tübingen zusammenbraute. Fehlende Luftströmungen verhinderten, dass das Unwetter weiterzog, und so gingen innerhalb kürzester Zeit enorme Regenmengen auf den kleinen Ort nieder. Die Wassermassen waren so gewaltig, dass sie den Wiesbach zwischen Nehren und Dußlingen stark anschwellen und über die Ufer treten ließen.

Er überflutete kurze Zeit später die B27, und als Folge liefen anschließend die beiden Tunnelröhren in Dußlingen bis jeweils knapp unter die Tunneldecken voll. Der Tunnel musste daraufhin voll gesperrt werden. Unmittelbar nach dem Schadensereignis hatten die Einsatzkräfte damit begonnen, den Tunnel leer zu pumpen und ihn vom eingetragenen Erdmaterial zu befreien. Bevor eine Sichtung der Schäden möglich war, mussten der stark verschmutzte Tunnel und auch das vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogene Betriebsgebäude gereinigt werden. Doch dann zeigte sich: Die verkehrstechnischen Anlagen und große Teile der elektronischen Steuerung der Tunnelbetriebstechnik waren durch die Überflutung zerstört worden.

Austausch der Notrufnischen

Kurze Zeit später begannen in den beiden Tunnelröhren die Instandsetzungsarbeiten, die vom Regierungspräsidium Tübingen geplant, beauftragt und umgesetzt wurden. Sie umfassten unter anderem den Austausch der Notrufnischen und der Türen zum Betriebsgebäude sowie die Neuinstallation der zugehörigen Betriebsanlagen inklusive Überwachungstechnik und Fluchtwegbeleuchtung. Genutzt wurden dafür die insgesamt 70 Kabelzugschächte, die durch die Überflutung nicht beschädigt wurden. Die Schächte waren zur Sicherstellung des Brandschutzes und zum Schutz der Kabel schon zuvor mit losem Liapor-Blähtongranulat ausgefacht – und mit diesem Baustoff wurden sie nun auch wieder verfüllt.

"Blähtongranulat eignet sich sehr gut für die Verfüllung der Kabelzugschächte im Tunnel, weil es nicht brennbar ist und so den erforderlichen Brandschutz gewährleistet", erklärt Tobias Heinzelmann vom Regierungspräsidium Tübingen. "Ein weiterer großer Pluspunkt ist das geringe Gewicht von Granulat. Es lässt sich damit – etwa im Gegensatz zu Sand – sehr schnell und einfach einbringen, aber auch wieder aussaugen, falls Kabelreparaturen oder Revisionsarbeiten anstehen." Vor Ort musste in den Tunnelröhren der B27 das vormals in den Kabelzugschächten eingebrachte Liapor-Blähtongranulat jedoch nicht ausgesaugt werden, denn durch die Wassermassen waren die Schachtdeckel aufgeschwemmt und die Schächte selbst bereits komplett leergespült.

Material vom Liapor-Werk Pautzfeld

Nach der Installation aller erforderlichen Kabel und Leitungen erfolgte dann direkt die Neuverfüllung der Kabelzugschächte mit insgesamt etwa 32 m³ Liapor-Blähton 4/8 ungebunden. Hergestellt und geliefert wurde das Material vom Liapor-Werk Pautzfeld, und der Eintrag erfolgte innerhalb eines Tages mittels Silo-Lkw und Einblasschlauch. Die Verfüllarbeiten führte das Personal der Straßenmeisterei Rottenburg in Dußlingen aus.

Den oberen Abschluss der Schüttung bilden Deckelplatten aus Beton. Damit sind die Kabelschächte im DußlingerB27-Tunnel, der Ende März 2022 wieder für den Verkehr freigegeben wurde, dauerhaft und sicher verfüllt. Es ist eine praxistaugliche Lösung, die beispielsweise auch im Scheibengipfeltunnel in Reutlingen oder im kürzlich eröffneten Tunnel der Ortsumfahrung Oberau bei Garmisch-Partenkirchen für Schutz und Sicherheit sorgt.

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