Naturgipsabbau ist unverzichtbar

Gipsindustrie begrüßt Bestandsaufnahme

Berlin (ABZ). – Der auf der letzten Wirtschaftsministerkonferenz vorgelegte Bericht zur Bestandsaufnahme vorhandener natürlicher Gipsvorkommen sowie landesplanerisch bereits gesicherter Gips-Rohstoffflächen in Deutschland bildet erstmals eine verlässliche Grundlage, um die Situation der Gipsversorgung zu beleuchten, macht der Bundesverband der Gipsindustrie e. V. deutlich.

Hierzu hatte der zuständige Bund/Länder-Ausschuss Bodenforschung (BLA-GEO) die Aufgabe, ein komplettes Kataster zu erstellen, der Bericht zur Konferenz wurde nunmehr auch veröffentlicht.

Der Bundesverband der Gipsindustrie begrüßt nach eigenem Bekunden die Bestandsaufnahme, da es jetzt möglich ist, qualifizierte Entscheidungen über notwendige Maßnahmen zur Sicherstellung einer nachhaltigen Versorgung mit Gips in Deutschland zu treffen. Damit werde auch eine verlässliche mittel- und langfristige Planbarkeit für die Unternehmen geschaffen.

Hierzu hatte die Arbeitsgruppe im Bericht unter anderem festgestellt. "Im Vorfeld einer industriellen Nutzung sind Bund und Länder gefragt, die Erkundung neuer Gips-Lagerstätten zu befürworten und aktiv zu unterstützen.

Erst mit dem Nachweis von nutzbaren Lagerstätten kann abgewogen werden, ob einer nachhaltigen, umweltschonenden, regionalen Rohstoffgewinnung oder ausschließlich den Belangen des Naturschutzes der Vorrang zu geben ist."

Thomas Bremer, Vorsitzender des Bundesverbands der Gipsindustrie dazu: "Der heimische Naturgipsabbau ist unverzichtbar! Er ist der Umweltverträglichste und er sorgt für eine Unabhängigkeit von anderen Ländern und Einflüssen. Wer diesen Abbau verhindern will, muss deutlich sagen, dass man Gips von anderswo mit einem erheblich schlechteren ökologischen Fußabdruck importieren muss."

Jetzt müssten aus der Bestandsaufnahme der Wirtschaftsministerkonferenz die notwendigen Schlüsse gezogen werden, so Bremer weiter. Der Gips sei deswegen zwingend notwendig, weil er in allen Lebensbereichen genutzt und auch zukünftig benötigt werde. Den mengenmäßig größten Anteil der von der Gipsindustrie hergestellten Produkte verbraucht die Bau- und Baustoffindustrie in Form von Baugipsen, Gipsplatten, Gipsfaserplatten, Gipswandbauplatten sowie Fließestrichen und anderen Estrichstoffen.

Die Zementindustrie ist ein weiterer bedeutender Abnehmer. Aber auch in anderen Bereichen wird Gips dringend benötigt. Genannt seien beispielsweise: Tief-, Straßen- und Wegebau, Pharmaindustrie, Düngemittelindustrie, Chemieindustrie, Farben-, Papier-, Kunststoff- und Kosmetikindustrie, Lebensmittelindustrie, Umwelttechnik, Landwirtschaft und die Dentalindustrie.

Der vorgelegte Bericht macht zudem deutlich, dass es auf absehbare Zeit keine wirklichen Alternativen zum Naturgips in größeren Mengen geben wird. Beim Gips-Recycling gibt es beispielsweise noch ungeklärte Fragen hinsichtlich der geringen Anzahl an geeigneten Recyclinganlagen, der Separierung des Gipses aus den Bauabfällen und der Grenzwerte von Schadstoffen, insbesondere von Asbest.

Immer wieder werden auch synthetische Gipse als Ersatz zum Naturgips ins Spiel gebracht. In Deutschland wird derzeit allerdings kein Phosphorgips produziert.

Die Akzeptanz für Produkte aus radioaktiven Phosphatgips als Ausgangsrohstoff in der Gipsindustrie und vor allem in der Bevölkerung ist zudem mehr als fraglich.

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