Studie zur Bauwirtschaft

Nachhaltigkeit als neuer Standard

Köln (ABZ). – Nachhaltigkeit am Bau ist der neue Standard – getrieben durch den Endkundenwunsch nach weniger Emissionen und reduziertem Energieverbrauch. Grüner Bauen ist kein kurzfristiger Trend, sondern wird künftig in der Bauwirtschaft wettbewerbsentscheidend sein, sagt eine aktuelle Verarbeiter-Studie des Beratungsunternehmens Simon-Kucher & Partners.
Bauwirtschaft
Das Modell eines Hauses mit Holzfassade der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. "Die Kunden fordern Nachhaltigkeit ein und sind auch zunehmend bereit, mehr dafür zu bezahlen. Darauf reagieren die Verarbeiter entsprechend", sagt Jan Haemer, Partner in der Construction Practice bei Simon-Kucher & Partners. Foto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich

Beschleunigt werde dies durch die EU-Offenlegungsverordnung nach nachhaltigen Bauprodukten mit besserer Recyclingfähigkeit. So finden 81 Prozent der befragten Verarbeiter (Gewerke wie Dachdecker, Maurer, Elektroinstallateure) Nachhaltigkeit wichtig/sehr wichtig. 52 Prozent kaufen bereits regelmäßig nachhaltige Produkte ein. Hauptgründe dafür sind demnach, Kundenwünsche zu erfüllen (35 Prozent), regulatorischen Anforderungen nachzukommen (19 Prozent) sowie den Betrieb im Wettbewerb besser zu positionieren (18 Prozent).

"Die Kunden fordern Nachhaltigkeit ein und sind auch zunehmend bereit, mehr dafür zu bezahlen. Darauf reagieren die Verarbeiter entsprechend", sagt Jan Haemer, Partner in der Construction Practice bei Simon-Kucher & Partners. Die Studie zeige, dass trotz Inflation fast die Hälfte der Verarbeiter eine stabile oder sogar steigende Nachfrage nach nachhaltigen Bauprodukten erwarte. Nachhaltigkeit als neuer Produktwert verändere auch die Einkaufsentscheidung bei Baustoffen und Produkten der Gebäudetechnologie. So gehören eine "lange Lebensdauer" (39 Prozent) und die "gesundheitliche Unbedenklichkeit" (38 Prozent) neben der Qualität der Produkte (46 Prozent) zu den Top 3-Werttreibern, gefolgt von dem Aspekt "Umweltfreundlichkeit" (31 Prozent).

Verarbeiter sind laut der Studie überzeugt, dass "Grünes" Bauen zukunftsweisend wird und schätzen, dass in fünf Jahren rund zwei Drittel der Bauprodukte nachhaltig sein werden. "Für Hersteller heißt das ganz klar, dass sie jetzt die richtigen nachhaltigen Angebote entwickeln und erfolgreich vermarkten müssen, um nicht hinter den Wettbewerb zurückzufallen", erklärt Sebastian Strasmann, Partner in der Construction Practice bei Simon-Kucher. "Sie müssen ein 'Grünes' Produktportfolio anbieten und Vertrauen in Umweltsiegel stärken, um Kaufbarrieren abzubauen. Und nicht zuletzt kann die Bauwirtschaft, mit ihrem Einfluss auf Rohstoff- und Energiekonsum im Gebäudelebenszyklus, damit auch ihrer sozialen Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung gerecht werden."

Die Verarbeiter Studie wurde laut Unternehmen im November 2022 unter über 200 Teilnehmern in Deutschland, Österreich und in der Schweiz durchgeführt.

Entscheider aus den unterschiedlichsten Gewerken im Bau seien zu ihrer Einstellung bezüglich Nachhaltigkeit befragt worden.

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