VDBUM-Großseminar

Bauprozessketten spiegeln sich im Programm wider

Baupolitik
Dieter Schnittjer: "Absolutes Novum ist in diesem Jahr, dass wir dem Block Verkehrswegebau nicht nur drei Tage widmen, sondern die Fachvorträge auch chronologisch aufgebaut haben."

Vom 24. bis 27. Februar ist es wieder soweit: Zum zweiten Mal findet in Kassel die größte Veranstaltung des Verbandes der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) statt. Über das Programm des 44. VDBUM-Seminars und die Verbandsarbeit sprachen Rainer Oschütz, Chefredakteur der Allgemeinen Bauzeitung (ABZ), und Ebba Stoffregen, ABZ-Redakteurin, mit Dieter Schnittjer, Geschäftsführer der VDBUM-Service GmbH in Hannover.ABZ: Herr Schnittjer, das VDBUM-Seminar bringt jedes Jahr führende Köpfe aus der Bau- und Baumaschinenbranche zusammen. Als feste Größe längst etabliert, nutzten im vergangenen Jahr rund 800 Teilnehmer das Großseminar, um sich in hochkarätigen Vorträgen zu informieren und sich in entspannter Atmosphäre mit Kollegen auszutauschen. Auf der nunmehr 44. Veranstaltung im Februar hat der Verband den "Bauprozess" als Programmschwerpunkt gesetzt. Was genau steckt dahinter?Schnittjer: Grundsätzlich setzt sich das Seminarprogramm aus den sechs Sequenzen Verkehrswegebau, Hochbau, Motoren- und Antriebstechnik, Telematik, Forschung sowie allgemeinen Themen zusammen. Aus den einzelnen Fachvorträgen und Workshops können sich die Teilnehmer wie gehabt das eigene Programm individuell zusammenstellen. Und Zeit für den Erfahrungsaustausch finden sie in den Pausen zwischen den Vorträgen, in Gesprächen mit den fast 80 Ausstellern sowie auf den informativ angelegten Abendveranstaltungen. Das Programm erstreckt sich in konzentrierter Form von Mittwoch bis Freitag, wobei der Mittwoch und der Donnerstag jeweils dreizügig ablaufen, während der Freitag sogar vierzügig angelegt ist, um eine größere Themenvielfalt anbieten zu können.Absolutes Novum ist aber in diesem Jahr, dass wir dem Block Verkehrswegebau nicht nur drei Tage widmen, sondern die Fachvorträge auch chronologisch aufgebaut haben. Das heißt, von Mittwoch bis Freitag wird quasi der gesamte Bauablauf abgebildet – vom Recycling im Straßenbau, über die Bodenverdichtung bis hin zum Asphalttransport und -einbau.

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Baupolitik
Mit einem breitgefächerten Programm lockte der VDBUM beim letzten Seminar rund 800 Teilnehmer nach Kassel. Fotos: VDBUM

ABZ: Angesichts immer kürzer werdender Bauzeiten bei gleichzeitig steigendem Kostendruck, ist das Optimieren von Bauprozessen eines der Topthemen unserer Zeit. Wie wird man diesem Thema auf dem VDBUM-Großseminar gerecht?Schnittjer: Neben dem chronologischen Bauablauf beschäftigen sich in Kassel verschiedene Veranstaltungen mit logistischen Prozessketten, bei denen RFID- und Telematik-Systeme Anwendung finden. Unser Arbeitskreis (AK) Telematik arbeitet derzeit mit dem Lehrstuhl für Fördertechnik, Materialfluss, Logistik (fml) der TU München in einem Forschungsprojekt daran, ein herstellerübergreifendes System (BauFlott) zu entwickeln, das Daten erfasst und in einem Flottenmanagementsystem logistisch nutzbar macht. Das Projekt läuft seit April 2014 und wird im Auftrag der Bundesvereinigung für Logistik BVL als Forschungsprojekt der industriellen Gemeinschaftsforschung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Erste Ergebnisse werden auf dem VDBUM-Seminar am Freitag präsentiert.Telematik wird schwerpunktmäßig am Freitag behandelt und in vielen Vortragsthemen besonders im Bereich "Forschung trifft Praxis" behandelt.ABZ: Daten austauschen, Standards schaffen und vernetzen: Wird sich der VDBUM zukünftig als Verband gleichfalls mehr vernetzen und internationaler aufstellen?Schnittjer: Unsere guten Kontakte zu anderen Bundesverbänden oder Vereinigungen in Deutschland wollen wir weiter ausbauen. Das VDBUM-Tätigkeitsfeld beschränkt vornehmlich auf die 16 Bundesländer mit ihren vielschichtigen Herausforderungen für den Einsatz von Baumaschinen, Baugeräten sowie deren Schwertransporte. Aber auch auf internationaler Ebene pflegen wir unsere Beziehungen und knüpfen neue Kontakte. Gerade im Bereich Telematik gibt es enge Verbindungen unter anderem zum AEMP (Association of Equipment Management Professional) und dem AEM (Association of Equipment Manufacturers) in den USA, die die Initiative des VDBUM aufgenommen haben und die bereits gemeinsam abgestimmten Datenstandards für Baumaschinen einführen werden. Eine weitere Vernetzung mit unseren Mitgliedern und Akademiekunden wird neben den VDBUM-Weiterbildungsseminaren, das elektronische Schulungsangebot, die Gefährdungsbeurteilungs-App und die Übertragung von Abnahmeprotokollen mittels elektronischem Stift sein.ABZ: Bedeutet das auch gleichzeitig, dass der VDBUM einen neuen Weg – "weg von der Technik" – einschlägt?Schnittjer: Die Kernkompetenz des VDBUM ist und bleibt die "Baumaschine". Wir bleiben also im Bereich der Technik, zählen aber neben den Führungskräften der Maschinentechnik auch die Bauleiter der kompletten Baubranche zu unserem Mitgliederkreis. Bauleitung ist z. B. ein Thema, das wir mehr in den Fokus rücken wollen. Gleichfalls nehmen wir uns verstärkt der Nachwuchsförderung an. Denn: Obwohl das Thema Fachkräftemangel in aller Munde ist, müssen wir dennoch feststellen, dass der Mangel teilweise noch unterschätzt wird.

ABZ: In diesen Zusammenhang gehört dann auch der VDBUM-Förderpreis, der im Rahmen der Abendveranstaltung vergeben wird?

Schnittjer: Ja, der Preis wird in den Kategorien "Baumaschinen und Komponenten", "Innovationen aus der Praxis" und "Bauverfahren" verliehen. Er richtet sich sowohl an Studenten als auch an erfahrene Praktiker. Gleichfalls neu ist auf dem VDBUM-Seminar, dass Aussteller eine Patenschaft für Studenten übernehmen können. Mit unserer Unterstützung, werden Anerkennungsbeträge für eine Studentenpatenschaft interessierter Aussteller berechnet. Für die Studenten/innen eine willkommene Gelegenheit nicht nur teilnehmen zu können, sondern auch einen potentiellen Arbeitgeber kennenzulernen. Die ganz jungen Leute sprechen wir mit dem BET-Baumaschinentag an. Bundesweit haben Schüler so die Gelegenheit sich bei Bauunternehmen, Baumaschinenherstellern oder Händlern über Ausbildungsberufe zu informieren.

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