Dolomitwerke wurden zurück gebaut

Von alter Fabrik zum modernen Industriepark

Hagedorn Abbrucharbeiten
In Hagen geht mit dem Rückbau der Dolomitwerke im Stadtteil Halden eine mehr als hundertjährige Industriegeschichte zu Ende. Die Hagedorn Unternehmensgruppe bereitet den Boden für einen Neuanfang vor. Foto: hagedorn

Hagen (ABZ). – In Hagen geht mit dem Abbruch der Dolomitwerke im Stadtteil Halden eine mehr als hundertjährige Industriegeschichte zu Ende. Die Hagedorn Unternehmensgruppe bereitet den Boden für einen Neuanfang vor.

Das südöstliche Ruhrgebiet ist reich an Gesteinen – dazu zählt auch Dolomit. Diese feuerfesten Steine eignen sich gut für die Innenverkleidung von Koks- und Stahlöfen, welche die Hochzeiten der Industrialisierung prägten. 1909 hat sich rund um den Abbau der Steine im Osten der Stadt deshalb ein ganzer Industriekomplex gebildet, mit einer Kalkbrennerei und den Dolomitwerken – über Jahrzehnte hinweg waren die Werke ein großer und wichtiger Arbeitgeber in der Region.

Mit dem Niedergang der Kohle- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet waren auch die Tage der Fabrik gezählt. 2008 gaben die ursprünglichen Eigentümer das Gelände auf, die Kalkbrennerei wurde geschlossen. Große Teile liegen seitdem brach, nur die Dolomitwerke wechselten zunächst den Besitzer, wurden aber Ende 2017 endgültig dicht gemacht. Ein weiterer Einschnitt für die Stadt Hagen – verbunden mit erneuten Arbeitsplatzverlusten.

Doch der Standort hat großes Potential: Die Fläche ist das einzige noch verfügbare ausgedehnte Areal für die Ansiedlung von Industrie in der Stadt, die nach den Umbrüchen des Strukturwandels wieder wächst. Besonders in der metallverarbeitenden mittelständischen Industrie – in der fast die Hälfte aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten tätig sind – steigt der Bedarf an Flächen. Nur gibt es in Hagen derzeit keine Angebote für Ansiedlungen, die größer sind als 3 ha, teilt Hagedorn mit. Die Stadt stehe daher vor der Herausforderung, ausreichend gewerblich-industrielle Bauflächen auszuweisen. Brach liegende Flächen wie der Industriekomplex spielen dabei eine große Rolle. Die Hagedorn-Verantwortlichen hat dieses Potential erkannt und sich um den Zuschlag für das Grundstück des einstigen Steinwerks beworben. Auf dem Geländes in Hagen-Halden kann nun Großes entstehen.

"Wir wissen, dass der Standort für viele Menschen aus der Umgebung eine Bedeutung hat. Umso wichtiger ist es uns, hier ein Areal zu entwickeln, das der Region und dem Wirtschaftsstandort Hagen wieder einen Mehrwert bietet", erklärt Axel Köster, Bereichsleiter der Hagedorn Revital GmbH.

Um die Fläche bestmöglich aufzubereiten, kommt die gesamte Prozesskette von Hagedorn zum Einsatz: vom Rückbau des alten Gebäudebestandes, der Sanierung von Altlasten, Recycling und Stoffstrommanagement über die Erstellung von Außenanlagen bis zur Entwicklung neuer Nutzungskonzepte. Im Sommer 2021 ging es los. Immer beim Rückbau dabei: zwei ehemalige Mitarbeiter der Dolomitwerke – denn die Arbeit des Hagedorn-Teams profitiert vom Wissen der Profis, beispielsweise zu Hinterlassenschaften in Boden und Gebäuden oder technischen Gegebenheiten vor Ort.

Der Rückbau der Gebäude ist für die Hagedorn-Mitarbeitenden Alltagsgeschäft – einzig der hohe Stahlanteil in der Halle mit den Brennöfen machte schwerere Geschütze notwendig. Eine erste Herausforderung werde die Modellierung des gesamten Geländes sein; dieser Schritt steht den Verantwortlichen zufolge ab Mitte 2022 an. Hagen ist zudem sehr hügeliges Terrain. Auch die Topografie des rund 122000 m2 großen Geländes bildet diesbezüglich keine Ausnahme. Es gilt, über ein cleveres Bodenmanagement Höhenunterschiede von bis zu 5 m auszugleichen, um das Gelände besser erschließen zu können und gute Bauflächen in Plateauform zu erhalten.

Beim sogenannten "Cut-and-Fill-Verfahren" werden hochliegende Gelände- und Böschungsbereiche abgegraben und an tieferen Stellen wieder in die Fläche eingebaut, um insgesamt die gewünschte Soll-Höhe als Baufläche zu erreichen. Mit dieser internen Massenverschiebung bleibt möglichst viel Material aus dem Rückbau vor Ort und wird sinnvoll verwertet. Altlasten im Untergrund, die dabei gegebenenfalls zutage gefördert werden, werden von einem Gutachter lokalisiert, dann ausgehoben und entsorgt.

2024 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein, das teilten die Projektverantwortlichen mit. Bis dahin arbeitet Hagedorn eng mit den örtlichen Behörden und der Hagener Wirtschaftsförderung zusammen, um mit dem fertigen Industriepark den Weg in eine neue Zukunft zu weisen.

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