Für Bahnstrecke Lyon-Turin

Herrenknecht liefert Bohrmaschine

Schwanau (dpa). - Eine Maschine, die über 330 Meter lang ist? Sie wird zum Bohren eines Eisenbahntunnels in den französisch-italienischen Alpen eingesetzt.
Herrenknecht Bau Spezialtiefbau
Eine Tunnelbohrmaschine ("Gripper-TBM") steht auf dem Werksgelände der Firma Herrenknecht. Die Tunnelbohrmaschine ist für die Eisenbahnverbindung zwischen Lyon und Turin bestimmt. Der Hersteller Herrenknecht hat bereits mehrere Maschinen für das Projekt geliefert. Foto: picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

Der Spezialhersteller Herrenknecht hat eine große Tunnelbohrmaschine für das milliardenschwere Eisenbahnprojekt zwischen dem französischen Lyon und der norditalienischen Metropole Turin übergeben. Die Maschine sei für den neuen Mont-Cenis-Basistunnel bestimmt, der künftig auf einer Länge von gut 57 Kilometern die französisch-italienischen Alpen unterqueren soll. Das teilte die Herrenknecht AG am Donnerstag in Schwanau (Ortenaukreis) mit.

Die Maschine hat einen Durchmesser von gut zehn Metern und eine Gesamtlänge von 334 Metern. Zum Transport in die Alpen werden nach Unternehmensangaben jeweils einzelne Teile auf rund 100 Lkw verladen. Der Hersteller erhielt für das Tunnelprojekt Aufträge für insgesamt fünf Maschinen, wie der Vorstandsvorsitzende Martin Herrenknecht berichtete.

Den Auftragswert bezifferte er mit Hinweis auf die vereinbarte Vertraulichkeit nicht. Für den letzten Tunnelabschnitt der Verbindung laufe zurzeit noch die Auftragsvergabe.

Die grenzüberschreitende Bahnverbindung für Personen- und Frachtverkehr wird künftig gut 270 Kilometer lang sein und ist ein wichtiges europäisches Infrastrukturvorhaben. Für den Bau und das Management des grenzüberschreitenden Abschnitts ist das französisch-italienische Unternehmen TELT (Tunnel Euralpin Lyon Turin) verantwortlich. Laut dessen Angaben sollen allein für den grenzüberschreitenden Bereich rund 8,6 Milliarden Euro investiert werden. Die Bauarbeiten werden demnach voraussichtlich 2030 abgeschlossen. Das Eisenbahnprojekt ist wegen Protesten von Umweltschützern seit Langem umstritten.

Der Familienkonzern Herrenknecht ist nach eigener Aussage in seiner Sparte Weltmarktführer. Er setzte 2022 rund 1,2 Milliarden Euro um. Zahlen für das vergangene Jahr werden im April mitgeteilt. Derzeit beschäftigt Herrenknecht weltweit rund 5000 Menschen

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