Wasserstoff-Lkw im Einsatz

Paketdienst zieht erste Bilanz

Köln (ABZ). – Während die Logistikwelt nachhaltige Lösungen für die Zukunft sucht, gibt es noch immer wenige skalierbare Alternativen für den Fernverkehr – dabei gewinnt dieser zunehmend an strategischer Relevanz bei der Reduktion von Emissionen, das teilte der Lkw-Vermieter hylane mit.
LKW Alternative Antriebe
Zustelltour als Innovation: GLS Germany setzt seit Ende 2023 den ersten mit Wasserstoff betriebenen Lkw im Fernverkehr ein. Foto: Peter Jülich/GLS Germany

Als einer der führenden Paketdienste Deutschlands hat GLS Germany kürzlich seinen ersten Wasserstoff-Lkw in Regelbetrieb genommen, ergänzt der Paketdienst. Der mit Wasserstoff betriebene Hyundai Xcient Fuel Cell wird seit Ende vergangenen Jahres im Großraum Köln-Bonn eingesetzt – jetzt hat GLS eine erste Bilanz vorgestellt.

Das Fahrzeug hat ein Tankvolumen von 31 Kilogramm Wasserstoff, womit pro Tankfüllung bis zu 380 Kilometer zurückgelegt werden können. Die Fahrzeugbetankung erfolgt über öffentliche Infrastruktur in Wesseling und Frechen, teilt GLS mit. In Kooperation mit dem GLS-Partnerunternehmen Recht Logistik und dem Fahrzeugvermieter hylane wird der Lkw im Hauptlauf sowie bei der Kunden-Paketabholung eingesetzt. Mittlerweile wurden über 8500 Kilometer mit dem Fahrzeug zurückgelegt und fast 50.000 Pakete emissionsarm transportiert.

Holger Immen, Chief Compliance and Sustainability Officer GLS Group, wertet die ersten Erfahrungen als Erfolg: "Neben der wachsenden Anzahl an Elektrofahrzeugen im Nahverkehr, mit denen wir unsere Pakete auf der letzten Meile täglich zustellen, rückt der Fernverkehr mit Innovationen und Pilotprojekten zunehmend in den Fokus. Erste Fahrzeuge werden bereits im Regelbetrieb genutzt."

Dass die vor Ort gesammelten Erfahrungen wertvoll für das gesamte GLS-Netzwerk sind, unterstreicht auch Region Manager Gero Liebig. Er benennt Vor- und Nachteile des Fahrzeugs: "Der Wasserstoff-Lkw ist im Betrieb sehr leise, wodurch eine Nachtanlieferung auch in bewohnten Ortslagen jederzeit möglich ist. Durch die perfekte Abstimmung von Lenkung und Federung wird ein angenehmes Fahrgefühl erzeugt, was sich positiv auf die Belastung und Gesundheit der fahrenden Person auswirkt."

Aufgrund der noch limitierten Verfügbarkeit von Betankungsmöglichkeiten sei allerdings ein größerer Planungsaufwand im Tagesgeschäft erforderlich, macht Liebig deutlich. Zudem weist er auf die fehlenden Langzeiterfahrungen in Bezug auf die Wasserstofftechnologie hin. Während der Wasserstoff-Lkw derzeit noch in Nordrhein-Westfalen eingesetzt wird, sollen die Touren zeitnah auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden. GLS priorisiert eigenen Angaben zufolge bei der Umsetzung der unternehmenseigenen Nachhaltigkeitsstrategie Klima Protect die Emissionsvermeidung und den Einsatz emissionsfreier/-armer Fahrzeuge. Bis zum Jahr 2045 soll der Ausstoß von Treibhausgasen im GLS-Geschäftsbereich weitestgehend vermieden werden. Die Zahl der emissionsfreien und -armen Fahrzeuge in der deutschen GLS-Flotte, liegt derzeit bei über 700. Bis zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres soll die Zahl auf rund 900 Fahrzeuge ansteigen.

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