Fertigstellung 2024 geplant

Baustart für neuen Fernwärmetunnel unter der Elbe

Fernwärmetunnel unter der Elbe soll mehr als 100.000 Haushalte versorgen und bis zur Heizperiode 2024/2025 fertig sein.
Energie Rohr- und Leitungsbau
Übersicht über die Baustelle bei einem Medientermin zum Baustart des Startschachts für den neuen Elbtunnel für klimafreundliche Fernwärme. In der Heizperiode 2024/2025 soll der 1.160 Meter lange und begehbare Tunnel fertiggestellt werden und vor allem Abwärme aus Industrieprozessen im Hamburger Süden in den Norden der Hansestadt transportieren. Foto: picture alliance/dpa | Christian Charisius

Hamburg (dpa). - Es ist nur ein Tunnel - und doch für Hamburgs Umweltsenator Kerstan ein entscheidender Faktor für die Energiewende und den Schutz der Demokratie. Bis zur Heizperiode 2024/2025 soll der Fernwärmetunnel unter der Elbe fertig sein und mehr als 100.000 Haushalte versorgen.

Ein bisschen ist die technische Geschäftsführerin der Hamburger Energiewerke, Kirsten Fust, schon besorgt. Sie hoffe zwar, dass die Bauarbeiter beim nun offiziell begonnenen neuen Elbtunnel für die Fernwärme damit nicht konfrontiert werden.

Aber ganz ausschließen könne sie es natürlich nicht, sagt sie am Donnerstag auf der Baustelle im Stadtteil Waltershof und verweist auf den am nördlichen Ufer bei Övelgönne liegenden „Alten Schweden” - ein 1999 aus der Elbe geholter Findling mit einem Umfang von fast 20 Metern und 217 Tonnen Gewicht. „Das ist der Worst Case. Aber ich hoffe nicht, dass uns so etwas passiert.”

Denn das hätte Folgen für die geplante Fertigstellung des Tunnels, über den von der Heizperiode 2024/2025 an mehr als 100.000 Haushalte mit Wärme versorgt werden sollen - und zwar klimaneutral, wird als Wärmequelle doch die Abwärme von Industrieanlagen oder des Klärwerks südlich der Elbe genutzt.

„Die Wärme ist heute schon da, sie wird an die Luft abgegeben, sie wird durch Wasserkühlung entzogen, sie wird aber nicht genutzt”, sagt Fust. Doch das werde sich durch den Tunnel ändern.

„Wir machen jetzt endlich auch mit der Fernwärme den Sprung über die Elbe, allerdings vom Süden in den Norden”, sagt Fust. Und um die Abwärme „in die Stadt zu bekommen, ist der kürzeste Weg tatsächlich durch die Elbe”. Insgesamt soll der 72 Millionen Euro teure, begehbare Tunnel 1160 Meter lang werden und einen Durchmesser von 4,55 Metern haben.

In ihm sollen dann eine Warm- und eine Kaltwasserleitung mit einem Durchmesser von jeweils 80 Zentimetern verlegt werden. Tunnelendpunkt am nördlichen Elbufer werde der Hindenburgpark unweit der Elbchaussee in Othmarschen.

Doch ehe die 280 Meter lange Tunnelvortriebsmaschine (TVM) ihre Arbeit in 30 Metern Tiefe aufnehmen kann, muss zunächst ein großer Bagger am südlichen Elbufer in den kommenden Wochen 1,50 Meter dicke Schlitzwände ausbaggern. Und danach will der Tunnelbohrer selbst auch erst aufgebaut werden. „Das dauert. (...) Aber dann sollte sie 20 Meter am Tag machen können”, sagt Thomas Fiest, Leiter Tunnelbau Deutschland des beauftragten Unternehmens Implenia.

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